Donnerstag, 7. Juli 2011

Die Auswahl - Cassia und Ky "kritisch"

Verlag: Fischer
Seiten: 452
ISBN: 978-3841421197
Autor: Ally Condie

Inhalt:
In einer fiktiven Welt sorgt ein totalitäres System dafür, dass das Leben der Menschen in geregelten Bahnen verläuft. Mit 17 werden die Jugendlichen gepaart, das heißt: ihr zukünftiger Lebenspartner wird für sie ausgesucht. Und gleichzeitig wird auch darüber entschieden, ob sie Kinder kriegen dürfen oder nicht. Als Cassia mit Xander gepaart wird, sich aber in den Außenseiter Ky verliebt, vertraut sie sich ihrem Großvater an. Vor seinem Ableben bewegt er die Enkelin dazu, das System zu umgehen, um ein Leben mit ihrer wahren Liebe führen zu können.
 
Meine Meinung "Achtung Kritisch" Spoiler
Cover:
Zu erst mal das Cover und die gesamte Aufmachung des Buches die mir schonmal sehr gut gefallen hat. Der Schutzumschlag fühlt sich ein bisschen an wie Gummi oder wie Latex. Wie so eine Art Luftballon, eine Blase was sehr gut zu dem Bild mit dem Mädchen in der Blase passt, was mich sehr an Cassia erinnert, denn auch hier trägt das Mädchen ein grünliches Kleid. Dann fiel mir die Schreibweise der Buchstaben auf dem Cover auf, die auch in dem Buch immer wieder aufgegriffen wird. So klar und mit Struktur, nicht abweichend von der Norm. Alles in allem sehr gut gelungen. 
Charaktere:
Zu den Charakteren muss ich erst mal was zu Ky sagen. 
Er ist so ruhig, so "beruhigend". Ich finde unglaublich angenehm und habe mich noch nie so schnell mit einem männlichen Charakter anfreunden können wie mit ihm. Er passt perfekt zu Cassia, denn auch sie finde ich "beruhigend". Diese beiden Menschen haben keinerlei Hektik an sich und wirken trotz des ganzen Unheils um sie herum immer noch gefasst und ruhig. 
Cassias Eltern sind für mich zwei Menschen dir mir eigentlich Leid tun. Denn ich hatte immer wieder das Gefühl, dass auch sie wissen, dass alles nicht mit rechten Dingen zugeht, sie aber unglaublich viel einstecken und sich sehr zurück halten müssen um ihre Kinder nicht zu gefährden. Auch als Cassias Mutter erfährt, dass Cassia nicht an Xander denkt sondern an einen anderen Jungen, wirkt ihre Mutter gefasst und ruhig, wie als wüsste sie wie das ist. Ihr Vater macht auf mich fast den selben Eindruck wie ihre Mutter. Im Herzen wissend das, dass ganze System reine heuchlerei ist aber es nicht laut aussprechen, weil man sonst alles verliert das man liebt. 
Bei Bram habe ich das Gefühl, dass seine Zeit noch kommen wird. Ich bin mal gespannt. 
Xander ist für mich ein treuer und loyaler Freund. Er liebt Cassia und das zeigt er ihr oft genug um so enttäuschter ist er als erfährt das Cassia nicht das gleiche empfindet wie für Ky. Doch kann ich ihn auch sehr gut verstehen. Er hat Cassia als Partnerin ausgewählt bekommen, seine beste Freundin, die er wahrscheinlich vorher schon liebte und jetzt soll er sie hergeben? Ich weiß nicht ob ich das könnte?

Inhalt:
Als ich das Buch beendet hatte, es zu schlug und ruhig nachdachte kam mir ein Satz in den Sinn den ich persönlich für dieses Buch als treffend empfinde: "Wir Menschen dürfen nicht vergessen wer wir sind, was wir fühlen, denken, sprechen und wer wir einst waren. Wir dürfen nicht vergessen woher wir kamen und wo wir wieder hingehen werden, wenn wir nicht mehr sind."
In dieser fiktiven Welt haben die Menschen zwar nicht vergessen wer sie einst waren oder woher sie kamen, doch sie verdrängen es, versuchen alles Schlechte nicht in die Ordnung passende auszumerzen und dass sollte niemals geschehen. Ich glaube daran das es für alles einen Grund gibt. Für jede Krankheit, jeden Tod und jede Geburt. Auch denke ich das wir das Schicksal nicht herausfordern oder ändern können. Dazu gehört auch, dass wir den Menschen nicht vorschreiben können wen sie lieben und heiraten sollen. In vielen Gesellschaften unserer heutigen Zeit gibt es das noch. Zwangehen die zu dem Zweck geschlossen werden gute Kinder und ehrbare Ehen und Familien hervor zu bringen. Aber niemand ist glücklich damit. In diesem Buch sind es für mich auch so etwas wie Zwangsehen. Nur das sie hier den "gefügig" gemachten Menschen als etwas gutes und für das System wichtiges angepriesen werden. Dazu kommen Privilegien die es vorher nicht gab, wie für die Mädchen die Gelegenheit ein schönes Kleid zu bekommen oder ein gutes Essen für die Familie. Alles was einen Menschen ausmacht - seinen eigenen Gedanken zu folgen - und einzigartig zu sein wird in diesem System zu Nichte gemacht.
"Wenn diese Wände nicht so dünn und mein Leben nicht so transparent wären...."
Dieser Satz ist mir immer noch im Gedächtnis. Ich kann ihn nicht löschen und er sagt für mich alles aus was dieses Buch ausmacht. Cassia, Ky, Xander, Bram, alle Menschen sitzen in einem Glaskasten und werden beobachtet wie eine Fliege unter einem Mikroskop. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, alles wird überwacht, nichts ist undgeplant - das ganze Leben vorbestimmt. 
 
Komischerweise blieb die Beziehung zwischen Cassia und Ky für mich im Hintergrund. Klar es ist eine schöne Geschichte und beide verkörpern für mich reine und wahre Liebe. Doch hat mich vielmehr dieses ganze Gerüst darum herum beschäftigt. Sowie die Gedichte die verwendet wurden, dass das geschriebene Wort gefährlich sein kann, das Menschen nicht mehr richtig schreiben sondern nur noch tippen können, dass Essen vom Staat hergestellt und geliefert wird, das auf einen Chip alles über mich aufgezeichnet wird, das sogar meine Träume nicht nur mir alleine gehören. Das Buch ist auf eine Art und Weise sogar schockierend denn wenn ich daran denke, dass wird heut zu Tage auch schon darüber Konferenzen abhalten "wie heute in den Nachrichten gesehen" das wir Eizellen nach gesund und ungesund "von einer Behinderung gefährdet" aussortieren bevor wie sie einer Frau einsetzen, frage ich mich wie lange es noch dauert bis wir auch darüber gesprochen wird ob wir Menschen nach gesund und ungesund einstufen und ihnen Krankenkassen usw. vorenthalten nur um Geld zu sparen oder Genpool nicht zu ruinieren. 
 
Fazit:
Ein Buch das mich sehr wachgerüttelt hat und mich immer noch zum Nachdenken anregt. Ich finde nicht das es ein Jugendbuch ist, nicht nur. Jugendliche sehen darin wahrscheinlich eine wunderschöne Liebesgeschichte mit einem dystopischen Hintergrund. Ich sehe darin ein Buch, dass auf einfache nicht zu harte Weise beschreibt wie arm unsere Menschheit dran wäre, wenn wir uns unserer eigenen Freiheit und Selbstständigkeit berauben würden. 

5 Punkte für das bis jetzt beste Buch des Jahres


Gelesen für die Dystopien Challange

Kommentare:

  1. Danke für die Rezesion. dieses Buch steht bei mir schon auf der Wunschliste und ich hoffe ich bekomm es auch bald mal und hab zeit es zu lesen!

    Ganz LG Tina

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  2. Ich hab mir jetzt nur das Fazit angesehen, da ich das Buch selbst noch nicht gelesen habe. ;-)

    LG, Sabine

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  3. Ich habe dieses Buch bereits gelesen und ich habe eine ähnliche Meinung. Es regt wirklich zum Nachdenken an! :)

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