Sonntag, 12. Februar 2012

Ich wünschte, ich könnte dich hassen - Lucy Christopher

Eigentlich wollte ich gestern "Ice- Hüter des Nordens anfangen" aber dann kam folgendes Buch dazwischen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Ich war so gefesselt und so gebannt von dieser Geschichte, dass ich bin heute Morgen und halb drei gelesen habe. Diese Landschaftsbeschreibungen, dieser Gefühlsrausch. Einfach überwältigend. 



Übersetzt von: Beate Schäfer
368 Seiten, 13,3 x 19,8 cm
Klappenbroschur
ab 14 Jahren 

Inhalt:
Du hast mich zuerst gesehen. Auf dem Flughafen, an jenem Tag im August. Dein intensiver Blick, noch nie hat mich jemand so angeschaut. Ich hab dir vertraut. Dann hast du mich entführt. Raus aus meinem Leben, weg von allem, was ich kannte. Hinein ins Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr. Du hast geglaubt, dass ich mich in dich verliebe. Und dort im Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr, hab ich mich in dich verliebt. Doch ich wünschte, ich könnte dich hassen. Die Geschichte einer Entführung - sensibel, verstörend, dramatisch.

Meine Meinung:

"Ich wünschte ich könnte dich hassen" ist für mich in erster Linie ein sehr erschreckender Roman. Er erzählt die Geschichte eines gebrochenen jungen Mannes dessen ganzes Leben sich nur noch auf einen Punkt ausgerichtet hat - nämlich Gemma zu retten (entführen). Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Entführung, einer Liebe, von großem Hass auf die Menschen und auf Städte und von Hass der sich in Zuneigung verwandelt.

Wäre ich Gemma hätte ich anfangs genauso reagiert wie sie. Sie will fliehen, nutzt jede Gelegenheit auch wenn diese noch so aussichtslos erscheint und ist. Sie sträubt sich gegen Ty, gegen das Land und kann sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Doch je mehr sie versucht zu fliehen, umso mehr erfährt sie über das Land, die Wüste und über Ty. Vieles ist erschreckend, vieles weckt ihr Mitgefühl und vieles macht sie neugierig. Bald ist sie so weit, dass sie Ty vertrauen möchte und es zum gewissen Grad auch kann und dann passiert ein Unfall, der alles wieder auf den Kopf stellt.

Ty ist die Schlüsselfigur der Geschichte. Wieso hat er Gemma entführt? Wieso redet er ständig vom Retten? Vor was will er Gemma beschützen? Woher kennt er Gemma, wenn sie doch in London lebt und er in Australien? Und was hat ihn zu dem gemacht, was er jetzt ist? Viele Fragen, viele davon werden beantwortet. Einige werden nur angerissen und dadurch bleibt ein bisschen der Geschichte bis zum Ende schleierhaft, dass ist aber nicht schlimm. Ty ist gebrochen, er hat sich komplett in seine Welt, seine Wüste zurück gezogen und liebt das Land abgöttisch. Die Stadt hasst er und das aus guten Gründen. Das er umwerfend gut aussieht und durchaus sehr charmante Seiten hat, kann bis zum Ende nicht verbergen das er durchaus starke psychische Probleme haben muss. Doch hatte ich am Ende Mitleid mit ihm und hätte mir dieses etwas anders gewünscht als es dann gekommen ist.

Während Gemma die Wüste Australiens kennen lernt, lernen wir sie auch mit jeder Seite besser kennen. Die Bilder die in dieser Geschichte hervorgerufen werden sind so stark und so lebhaft, dass ich mir beim Lesen wie eine stille Beobachterin dieser Szenerie vorkam. Ich konnte mir die Landschaften vorstellen, die Hitze, das kleine Häuschen einfach alles. Wir erfahren wie unbarmherzig die Wüste Australiens sein kann und wie viel sie zugleich ihren Bewohnern schenken kann. Wie schön sie sein kann und wie gefählich sie für Gemma werden kann. Trotz der teilweise sehr langen Lesestrecken und der Landschaftesbeschreibungen, verliert es nie seinen Reiz und man wird praktisch gezwungen weiter zu lesen.  Dies ist größtenteils dem guten Schreibstil zu verdanken, sowie der Perspektive aus der das Buch heraus geschrieben wurde. Gemma schreibt einen Brief, eine Art Tagebuchbrief an Ty und schreibt immer ihn persönlich an. Schreibt von ihren Gefühlen, über ihre Gedanken und lässt uns an allem ganz genau teilhaben.

Ein Buch: erschreckend, nervenaufreibend, interessant, amüsant, liebevoll, gefühlvoll. So würde ich es beschreiben. Dieses Buch hat trotz seiner sehr erschreckenden Erzählung einer Entführung auch sehr gefühlvolle und fast schon romantische Züge. Kann man sich wirklich in seinen Entführer verlieben? Oder ist das krank? Lest das Buch und entscheidet selbst. Ich hatte immer wieder meine Zweifel und war selbst in einem Taumel der Gefühle gefangen. Sehr empfehlenswert.

Kommentare:

  1. Ty hört sich richtig geheimnisvoll an, genauso die Geschichte. Ich werde mir das Buch mal vormerken :)

    LG Anni

    http://annies-buchzauber.blogspot.com/

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    1. Ty ist auch sehr geheimnisvoll und eigentlich ein Typ der sofort Herzklopfen auslöst.
      Bei Buecherkobold gibt es das zur Zeit für die Hälfte nur so als Tipp.

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  2. Das Buch hat mich schon vor längerer Zeit gereizt und nach deiner tollen Rezension wandert es nun endgültig auf meine Wunschliste.
    LG
    Lisa

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    1. Toll das freut mich und vielleicht auch irgendwann in deinem Regal ;)

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  3. Das klingt ja wirklich gut... Habe ich das jetzt richtig verstanden: du hättest dir das Ende anders gewünscht?

    lg
    Niniji

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    1. Ja das ist das Einzige was mir an dem Buch nicht ganz so gefallen hat. Ich wünschte mir irgendwie was anderes, aber nicht das was dann kam!

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    2. Hmmm...ich muss gestehen, das hält mich jetzt irgendwie davon ab es zu lesen *grübel*

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