Sonntag, 11. März 2012

Rezension: Gebannt. Unter fremdem Himmel

Die siebzehnjährige Aria lebt in einer Welt, die perfekter ist als die Realität. Perry kommt aus einer Wildnis, die realer ist als jede Perfektion und in der wilde Stürme das Leben bedrohen. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr das Leben. Trotz ihrer Fremdheit verbindet die beiden die Verzweiflung und Sorge um die, die sie lieben. Aria will ihre verschollene Mutter wiederfinden, Perry ist auf der Suche nach seinem Neffen, an dessen Entführung er sich die Schuld gibt. Aria versucht, vor Perry zu verbergen, dass ihre Gefühle ihm gegenüber sich wandeln. Doch Perry hat dies längst schon entdeckt, aber nicht nur bei Aria, auch bei sich selbst. In diesem ersten Band ihrer Trilogie schreibt Autorin Veronica Rossi über große Gefühle und tödliche Abenteuer, über Mut und Sinnlichkeit und über eine Heldin, die ihre Stärke entdeckt. Dieses Buch ist zutiefst romantisch und packend und so aufregend, dass man es nur schwer aus der Hand legen kann vor Ungeduld, zu erfahren, wie es auf der nächsten Seite weitergeht!


Meine Meinung:

Trotz, dass es wieder eine Dystopie ist (ja wir werden momentan geradezu damit bombardiert) schafft es Frau Rossi ihre eigenen Ideen einfließen zu lassen und etwas kleines, neues zu kreieren. Beide Welten die in diesem Buch beschrieben werden, futuristische Welt und Wildnis mit starkem Abenteuercharakter, werden bedroht durch einen alles zerstörenden Äther. Dies ist ein flammender Sturm am Himmel der bald die komplette Welt zerstört und nicht unbeschadet zurücklässt. Dieser spielt eine sehr präsente Rolle im Buch und man ist sich der Gefahr stets gewahr. Aber nicht nur der Äther ist gefährlich, sondern auch in der Wildins lebt es sich nicht so einfach und so bekommen es unsere Protagonisten mit allerhand ungemütlichen Wesen und Situationen zu tun. Und jetzt kommt mein erster Kritikpunkt
- hier hätte man etwas mehr Spannung einbauen können und vorallem mehr daraus machen können. Diese Momente wurden mir persönlich etwas zu spartanisch eingestreut und auch schnell abgefertigt. Mehr Informationen und vorallem Emotionen in diesem Szenen, hätten dem Buch sehr gut getan. So und jetzt wieder was Positives: Die krassen Unterschiede der beiden Welten. Arias Welt ist im Gegensatz zu Perrys Welt das reinste Paradies und so ist es ganz normal und verständlich das es zwischen Aria und Perry erst mal kracht. Sie kommen aus wirklich vollkommen verschiedenen Welten die normalerweise nicht zusammen passen und auch gar nicht nebeneinander bestehen könnten. Aber beide Charaktere müssen sich zusammenraufen und das Beste aus der Situation heraus holen und das heißt auch, alle alten Vorurteile über Bord werfen und von neu starten.

Doch weiter im Geschehen. Gehen wir doch mal auf die Charaktere und die Liebesgeschichte ein. Anfangs hatte ich meine Startschwierigkeiten mit den Charakteren aber dann wurde ich warm mit ihnen und konnte mich auch mit in die kleine, zarte Liebesgeschichte fallen lassen. Diese wird nicht zu stark in den Vordergrund gedrückt und kann auch erst zum letzten Drittel hin mehr überzeugen, aber dann werden die romantischen Momente gut gesetzt und man bekommt ein Gefühl für die Emotionen der beiden Charaktere. Aria konnte mich sowieso erst mehr zur Mitte des Buches hin packen und da bekam ich dann auch einen Draht zu ihr. Sie ist halt das "behütete" Mädchen das verstoßen wird und jetzt in der Wildnis klar kommen muss. Das sie in der Situation einfach über ihren Schatten springen muss und damit die innere Prinzessin zurücklassen muss hat mir ganz gut gefallen und sie somit auch sympathischer gemacht.
Perry hat mir auch ganz gute gefallen, oft werde ich mit den männlichen Charakteren schneller vertraut als mit den weiblichen, liegt vielleicht daran das sie nicht so rumzicken ;) Er ist eigentlich ganz cool und kommt als rauer, harter Kerl daher, den nichts und niemand erschüttern kann. Aber auch in ihm schlummert etwas weiches und sensibles, dass einfach nur herausgekitzelt werden muss.

Der Schreibstil war für mich mit den manchmal etwas fehlenden Spannungmomenten, dass einzige befremdliche an dem Buch. Irgendwie wurde ich mit diesem nicht richtig warm. Die Geschichte ist wirklich schön und hat auch das Potenzial sich von den anderen gängigen Dystopien abzuheben, aber beim Schreibstil hätte ich mir etwas mehr Kreativität und vorallem Gefühl gewünscht. Einige Passagen kommen etwas zu platt und hölzern daher und verlieren dadurch ihre eigentliche Kraft und Wirkung. Wenn Frau Rossi das in den Folgebänden in den Griff bekommt werde ich zu 100% zu Frieden sein.

Doch jetzt nochmal zu der Einteilung in das Genre Dystopie. Ist es wirklich eine reine Dystopie oder mehr ein Fantasybuch mit dystopischem Hintergrund? Je mehr ich darüber nachdenke, verschiedene Passagen nochmal lese und je mehr ich vorallem in Perrys Welt wanderte, kam mir der Gedanke, dass dieses Buch doch mehr Fantasy ist, wie Dystopie. Klar haben wir den Hintergrund das diese Welt einmal unsere Welt war und zum Teil ja auch noch ein bisschen was davon zu spüren ist, aber es gibt kleine Details die für mich das Genre Fantasy mehr hervorgehoben haben. Aber vielleicht sollte man dieses Buch selbst lesen und sich seine eigene Meinung bilden, sowie ich mir meine gebildet habe. 

Fazit:Für mich steht fest, dass ich trotz anfänglichen Schwierigkeiten nicht enttäuscht wurde, sondern neugierig gemacht wurde. Ich denke das man sich hier nicht auf die Lovestory stützen sollte und auch nicht erwarten sollte, etwas komplett Neues zu bekommen. Aber ein wer ein schönes Jugendbuch mit einer großen Portion neugierigmachender Fragen haben möchte und auch mitraten möchte, was dieses Buch ist "Dystopie oder Fantasy?" ist hier genau richtig. Also viel Spaß mit Aria und Perry.


Mehr Informationen zum Buch:
432 Seiten · mit Schutzumschlag
15.0 x 21.0 cm
ab 14 Jahren
EUR 17,95 · SFR 25,90 · EUA 18,50
ISBN-13: 978-3-7891-4620-6
EAN: 9783789146206
Erscheint im März 2012 
 Text von Veronica Rossi
Einbandgestaltung von Carolin Liepins
Aus dem Amerikanischen von Franca Fritz / Heinrich Koop


Diese Rezension wurde hier, hier und hier veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Gestern war ich in der Buchhandlung Thalia und hab dieses Buch gesehen... ich musste mich zwingen diesmal nichts zu kaufen was ich nicht vorhatte... ich kauf ihn mir aber noch (das war eine sehr schwäre Entscheidung..)

    lg Alisia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann mal ran an den Speck, ich hoffe das es dir gefallen wird. Es hat zwar auch seine Knackpunkte aber für mich überwiegen doch die tollen Momente.

      Löschen
  2. Antworten
    1. Ohh ich hoffe zu schwankst zu "kaufen"?

      Löschen
  3. Aussortiert hab ich letztens auch. Hatte noch einige Bücher von Verwandten übernommen, nur weil ich bücher ungern in den müll verfrachte. Naja, jetzt verschenk oder vertausche ich sie halt. ehe sie für immer ungelesen mein regal zustopfen :D

    ich hab auch nen sub von 30-45 Büchern. Nie höher >.<

    AntwortenLöschen
  4. Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen, aber irgendwie hat mir noch das letzte Quäntchen Besonderheit gefehlt, um mich voll zu begeistern.
    Zur Frage nach der Dystopie: kommt drauf an, welche Kriterien man setzt. Viele sind ja der Meinung, eine Dystopie sei es immer dann, wenn ein Bild einer zukünftigen Gesellschaft gezeichnet wird, die sich ins Negative gekehrt hat. Mir reicht das noch nicht so ganz. Aber davon abgesehen fand ich diese neue Welt, die von Ätherstürmen gebeutelt wird, sehr faszinierend. Ich glaube, der zweite Band dürfte noch spannender werden, denn jetzt ist die Einführungsphase ja vorbei.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja ich hoffe auch darauf das der zweite Teil noch ein bisschen mehr Spannung für uns bereit hält. Ja dieser Teil war jetzt die Einführung, alles mal kennen lernen und dann geht es richtig los ;)

      Für mich ist eine Dystopie auch mehr als nur eine Welt in der alles den Bach runter geht und die Menschen wieder leben wie in der Steinzeit. Ich denke das es da ganz viele Faktoren gibt, die alle Hand in Hand spielen und so das passende Bild ergeben. Für mich steht in einer Dystopie auch immer ein sehr starkes und bestimmendes Regime im Vordergrund mit Unterdrückung und alles drum und dran. Aber da hat irgendwie jeder seine ganz eigenen Auffassungen.
      Danke für deine Meinung und liebe Grüße

      Löschen

SPAM ist unfair....

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...