Montag, 5. März 2012

Schattenblüte "Die Verborgenen" und "Die Wächter"


Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den ­geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe ­Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz. Die «Verborgenen» können ihre Gestalt ändern: Sie sind ­Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier – und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe ­würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?

Meine Meinung:
Schattenblüte "Die Verborgenen" ist ein wirklich tolles Buch. Werwölfe in Berlin, die so anders sind, dass sie mich wirklich überraschen konnten. Menschen die Trauern und alles dafür tun würden, diese Trauer endlich zu vergessen, können sich dem Rudel anschließen und so auch ein Wolf werden. Die Trauer hinter sich zu lassen, sich völlig in der Welt des Wolfes zu verlieren und alles zu vergessen, was einen runter zieht, dass ist es auch was Luisa möchte. Sie trauert, hat sich selbst verloren und läuft als Geist durch die Welt. Sie ist nicht mehr sie selbst und als sie Thursen kennen lernt, bekommt ihr Leben einen neuen Hoffnungsschimmer. Da ist jemand der sie versteht, der ihr Halt gibt und sie in ihrer Trauer nicht alleine lässt. Doch Thursen ist ein Werwolf. Er und sein Rudel leben in einem Wald am Rand von Berlin und einige von ihnen sind schon voll und ganz zu Wölfen geworden. Sie sperren die Trauer aus, leben ihr Leben und lieben es. Davon lässt sich Luisa zum Teil anstecken und möchte auch wieder leben. Doch dann passieren so viele Dinge, die ihr das neue Leben zusammen mit Thursen und dem Rudel sehr schwer machen.

Dieses Buch ist wirklich sehr melancholisch, aber auf eine nicht zu herbe Art und Weise. Die Melancholie ist eher unterschwellig immer und überall, allgegenwärtig. Ich für meinen Teil liebe solche Bücher und kann mich dadurch auch sehr in die Gefühlswelt der Protagonisten einfühlen. Die Trauer von Luisa ist vordergründig, sie ist real und wirkt sehr gefühlvoll und feinfühlig. Dadurch kann man als Leser auch sehr gut verstehen wieso Luisa dieses oder jenes tut oder nicht tut. Außerdem ist Luisas Familie der zweite wunde Punkt in ihrem Leben. Nach dem Tod ihres Bruders liegt vieles im Argen und dies belastet Luisa nochmal sehr stark. Dann flüchtet sie in den Wald und in die Arme von Thursen. Dieser ist unglaublich hilfsbereit und hat immer ein offenes Ohr für Luisa. Er ist Luisas Fels in der Brandung, wenn das Rudel dies zulässt. Aber dies ist der zweite Knackpunkt und die zweite Hürde die bewältigt werden möchte.

Alles in allem geht es in diesem Buch um sehr viele Probleme die alle nach einer Lösung schreien. Einer anfangs schwachen Protagonistin die zum Ende des Buches noch Stärke und Mut beweist und einer außergwöhnlichen Geschichte mit außergewöhnlichen Wölfen. Einem sehr gefühlvollen Schreibstil der in eine tolle Welt entführt und nach mehr schreit.  



Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurückgekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein. Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe aus seinem alten Rudel verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug?
Luisa ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliches Geheimnis verbindet ... 

Meine Meinung:
Düster geht es weiter, die Grundstimmung aus Band eins bleibt bestehen und ändert sich kaum bis gar nicht. Aber wie schon erwähnt finde ich das gar nicht so schlimm sondern eher sehr passend. Außerdem kommen dadurch auch die Gefühle der einzelnen Protas besser zur Geltung und Emotionen können besser übertragen werden. Erst fängt die Geschichte etwas lau an, kommt nicht recht in die Gänge und bleibt etwas schwach. Doch zur Mitte und zum Ende macht die Geschichte eine Wende und wird richtig spannend und rasant. Wir erkennen den tollen Stil aus Band eins wieder und können tiefer in der Geschichte versinken. 

Luisa und Thursen versuchen ein Leben auf zu bauen, dass so eigentlich nicht bestehen kann. Beide merken dies schnell und das Grundgerüst gerät ins Wanken. Die Geschichte wirkt insgesamt dramatischer und düsterer und so kommt es auch dazu, dass diese mysthischer und geheimnisvoller wirkt und ist. Es enstehen eine Menge Fragen die eine Aufklärung erfordern und so muss auch schnellstmöglich ein dritter Teil her. Insgesamt ist auch diese Geschichte wieder sehr komplex, die Liebesgeschichte wurde nur teilchenweise eingestreut und man konzentriert sich wieder mehr um das Drum, Herum.

Luisa macht in diesem Buch eine große Wandlung durch und wirkte aus meiner Sicht erwachsener und sicherer. Sie macht den größten Teil der Geschichte aus und daher wirken die anderen Charaktere an ihrer Seite etwas blass. Thursen ist mir nicht mehr so sympathisch, er baut eine Mauer zu Luisa auf, ist nur noch mit seinem Rudel beschäftigt und entfehrt sich so mehr und mehr von ihr. Wie gesagt die anderen Charaktere wirken neben Luisa blass, sind jedoch wieder mir Ecken und Kanten versehen worden und es gibt auch neue unbekannte Gesichter. 

Der Schreibstil beschrenkt sich wieder auf das Wesentliche. Kurze, ausgekräftige Sätze die genau das wiedergeben was sie auch sollen, Gefühle, Stimmungen und Emotionen und nicht zu vergessen, die düstere Grundstimmung.

Diese Rezensionen wurden hier, hier und hier, hier veröffentlicht.

1 Kommentar:

  1. Das klingt ja alles überhaupt nicht schlecht. "Leider" habe ich "Schattenblüte" damals abgebrochen. Irgendwie war es mir zu depri und ich wurde überhaupt nicht warm ... bis zur Mitte des Buches, dann war Schluss für mich. Da waren mir Grace & Sam aus Mercy Falls irgendwie lieber. Obwohl die Ideen hier auch nicht schlecht war. Eben nur nicht meins.

    Liebe Grüße
    Reni

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