Sonntag, 8. Juli 2012

R: Das letzte Zeichen - Gemma Malley

Wir schreiben das Jahr 2065. Nachdem Kriege und Terrorismus die Welt beinahe zerstört haben, wurde die Stadt gegründet, geführt durch eine Regierung, die das Böse ausmerzen und alle Menschen zu vollständig guten Wesen machen will. Evie arbeitet für das System und ist dafür zuständig, den Bürgern ihr Zeichen zuzuteilen: A, B, C – je nachdem, wie »gut« sie sind. Evie selbst gehört zur Elite und soll Lucas heiraten, ein mächtiges Regierungsmitglied. Doch Evie liebt Lucas’ Bruder Raffy. Da erhält Evie eine Änderungsmeldung: Sie soll Raffy ein neues Zeichen geben. Raffy wird als K eingestuft – K wie »Killable« – das Zeichen für den Tod …
Meine Meinung:
Gemma Mally ist mit "Das letzte Zeichen" eine wundervolle Dystopie für Dystopienliebhaber und diejenigen die es noch werden wollen, gelungen. Sie schafft es eine wundervolle Welt zu schaffen in der man gerne herumwandelt um alle ihre Geheimnisse auf zu decken und mit den Charakteren neues kennen lernt und altbekanntes in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt.

Die Charaktere des Buches fand ich sehr bildhaft beschrieben. Wie auch in ihren ersten Büchern schafft Gemma Malley es wieder in wenigen und kurzen Sätzen alles Wichtige über ihre Personen Preis zu geben und ihren Lesern alles Wichtige mit auf den Weg zu geben um das Buch in vollen Zügen zu genießen. Sie spielt mit ihren Figuren und schafft dadurch ein Spielfeld auf dem jede Figur zwar einen festen Posten hat, diesen aber jederzeit verlassen kann  um ihn entweder zu verbessern oder zu verschlechtern. Was ich damit sagen möchte ist, dass nicht alle Personen die anfangs etwas Gutes vorhaben, dies auch noch am Ende  durchführen wollen. Und das die Personen die anfangs noch als sehr gewöhnlich daher kommen, zum Ende hin richtig fies werden und sich als etwas sehr böses entpuppen.

Evie ist ein Mädchen das in einer scheinbar perfekten Welt aufwächst und und im Lauf der Geschichte erfährt was sich wirklich hinter dieser Welt befindet und das, dass was anfangs als böse erschien, sich als etwas sehr gutes herausstellen kann. Eigentlich ist dies ein ganz normales und schon sehr oft gelesenes Muster, was aber durch eine interessante Hauptcharakterin und durch die Sichtweise von Evie einen ganz besonderen Reiz bekommt. Evie ist ein wundevolles Mädchen, was im Lauf der Geschichte zu einer starken und vorallem selbstbewussten Frau heranwächst. Sie kämpft für das was sie liebt und will und das macht sich mit jeder Zeile sympathischer. Genauso erging es mir mit Raffy, der anfangs nicht so ganz mein Freund werden wollte. Aber als ich merkte welche Stärke und Hilfsbereitschaft hinter diesem jungen Mann steckt, wurde mein Interesse geweckt und ich konnte erkennen dass Raffy und Evie perfekt zueinander passen. Ihre Liebe ist zart aber stark und sie versuchen alles gemeinsam zu meistern. Sie ergänzen sich in ihren Stärken und Schwächen und werden dadurch zu einem wirklich tollen Paar.

Raffys Bruder Lucas ist eine sehr zwiespältige Persönlichkeit die man einerseits lieben und andererseits hassen möchte. Er ist der rote Faden des Buches, der immer wieder für Überraschungen sorgt und somit mein ganz persönlicher Bösewicht. Ich muss sagen das er trotz seiner ganz eigenen, teilweise auch unangenehmen Art doch mein Interesse wecken konnte und bei mir kleine Sympathiepunkte ergattern konnte. Es gibt bestimmt einige die mir hier wiedersprechen möchten aber ich halte an meinen Standpunkt fest und glaube das mehr hinter dieser Person steckt als sie zugeben möchte und somit wird er sehr reizvoll und beobachtungwürdig.

Die Grundgeschichte und der Gedanke dahinter hat mich schon fesseln können, aber die ersten Bücher der Autorin hatten noch einen kleinen Touch Neuheit und Einzigartigkeit. Irgendwie hat mich manchmal etwas gestört auch wenn das Buch einfach nur so an einem vorbeirauscht und der Schreibstil extrem flüssig ist, hatte ich das Gefühl mir würde etwas fehlen. Die Idee die Menschen mit Zeichen zu versehen, somit in Klassen ein zu teilen und sie dann aus der Stadt zu verbannen ist nicht neu, doch hat es mir gefallen. Doch ein bisschen mehr Individualismus hätten dem Buch gut getan und es noch interessanter gestaltet.

Fazit: Ich finde dies ist ein perfektes Buch für Einsteiger in das Dystopieuniversum und kann auch alte Dystopiehasen werden ihren Spaß haben. Eine wirklich tolle Geschichte mit interessanten Drehungen und Wendungen und einer zarten Liebesgeschichte. Da es eine Trilogie werden soll, können wir uns ja auch bald auf Nachschub freuen.

Mehr zum Buch:
Originaltitel: The Killables
Originalverlag: Hodder UK
Aus dem Englischen von Friedrich Pflüger
Deutsche Erstausgabe
Ab 13 Jahren
Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
ISBN: 978-3-570-30817-2
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag: cbt

Kommentare:

  1. Hey Jessi,

    klingt interessant und ich behalte "Das letzte Zeichen" mal im Auge. Ich lese zwar gerne Dystopien, werde da aber mal ein kleines Päuschen einlegen, um dann neumotiviert in die düsteren Welten von morgen einzutauchen. Schöne Rezi!

    LG, Reni

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  2. Mir hat die ganze Amygdala-Sache den Spaß verdorben :-(
    Aber weiterlesen möchte ich dennoch, weil ungefähr ab der Hälfte ist es RICHTIG gut geworden :-)

    lg
    Steffi

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  3. Also vom Cover her hätte es mich nie angesprochen, aber Deine Rezi hat mich jetzt absolut überzeugt, es klingt wirklich gut!

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  4. klingt nach einem sehr spannenden Buch. da ich noch nicht sooo viele Dystopien gelesen habe, also durchaus einen Blick wert. es wird mal auf meiner Wunschliste vermerkt ;)
    LG, Jessi

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  5. Hey Jessi,
    danke für deine (wie immer) schöne Rezi! Ich hatte das Buch mal auf der WuLi, dann ist es aber wieder runtergeflogen, weil die Bewertungen doch eher mittelmäßig waren. Wir sind ja alles etwas Dystopie-verwöhnt und da mag man mit der Zeit nur noch die Kracher lesen :-) Deine Rezi hat mir wieder Lust auf das Buch gemacht, vielleicht lauf ich da ja mal wirklich unverhofft ran...
    LG,
    Damaris

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  6. Hallo,

    ich habe das Buch vor kurzem auch gelesen und mir hat es nicht so gut gefallen. Deine Rezi hingegen finde ich klasse. Und hätte ich das Buch nicht schon gelesen, wäre ich jetzt auf jeden Fall sehr neugierig darauf :)

    Mir ist es beim Buch schwer gefallen, zu erkennen, was die Liebe von Evie und Raffy eigentlich ausmacht. Aber deinen Gedanken, dass sie sich mit ihren Stärken und Schwächn ergänzen finde ich wirklich gut. Und wo ich jetzt so drüber nachdenke, kann ich dir da auch nur zustimmen.

    Liebe Grüße,
    Jai

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  7. Danke euch allen. Momentan fällt mir das Schreiben noch etwas schwer habe ich hoffe das ich bald mein altes ICH wieder gefunden habe.

    @ Reni: Danke ich brauche aber auch ab und zu eine Dytopienpause. Jetzte werde ich erst mal keine lesen, da ich mich schon sehr auf Ashes 2 freue und das auch wirklich genießen möchte.

    @ Damaris: Ja man möchte immer nur Kracher lesen, ich muss das auch für mich bestätigen. Aber manchmal sind die Bücher die äußerlich vielleicht nicht aussehen wie ein Kracher, die größten Kracher ;) Aber nochmal Danke für dein Lob .....

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