Samstag, 14. Juli 2012

R: Prison Island von Hilde K. Kvalaag

Prison Island
Idun ist ehrgeizig und angepasst - bis Mai in ihr Leben tritt, ihre emotionale, immer am Rande des Abgrunds balancierende Cousine. Mai wirft sich jedem Jungen an den Hals und verliebt sich ausgerechnet in den jungen Straftäter Johan, der auf einer Gefängnisinsel im Fjord seine Strafe absitzt. Von Anfang an ahnt der Leser die bevorstehende Katastrophe. Die Lage spitzt sich zu, als Mai Idun dazu überredet, mit ihr zu der Gefängnisinsel zu rudern ... Ein atmosphärisch dichter Roman über das Ausloten von Grenzen, das Spiel mit der Gefahr und die komplizierten Gefühle zweier junger Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden.

Meine Meinung:

Prison Island ist eins der Bücher die man liest und die einen dann lange Zeit nicht mehr loslassen. Schon nach wenigen Seiten wusste ich, dass ich es hier nicht mit einem Teenie Schmachtfetzen zu tun haben werde, sondern mit einem sehr melancholischen und teilweise auch sehr nachdenklichen Buch, das tiefer in die Psyche eines gebrochenen Teenies eingeht als ich es bis jetzt gelesen hatte.
Wir haben zwei junge Mädchen im Alter von 16 Jahren. Die eine ist zurückhaltend und kämpft für den Traum eine Spitzenläuferin zu werden und ihre verhasste Gegnerin endlich zu schlagen, sowie endlich den tollen Trainer zu beeindrucken. Die andere ist verrückt, sehr auf Krawall gebürstet und liebt den Kick und das Leben. Beide Mädchen sind so unterschiedlich, dass sie schon wieder gleich sind. Denn sie träumen vom Leben, der Liebe und der Freiheit. Halt nur jede auf ihre eigene Art und Weise. 


Als  Mai bei Idun einzieht ist nicht alles prima und rosarot. Mais Art stößt Idun so manches Mal gewaltig auf und auch das ihre Mutter auf einmal so verrückt nach Mai ist, macht Idun sehr wütend. Sie merkt mehr und mehr wie Mai versucht ihr Leben zu manipulieren und alle für sich ein zu nehmen und somit mehr und mehr in ihr Leben eindringt und es verändert. Den Höhepunkt erklimmt all dies als Mai und Idun zur Gefängnisinsel rudern und dort dann endlich Johan und seine Freunde kennen lernen. Mai schwebt auf Wolke sieben und Idun tut Dinge die sie normalerweise nie getan hätte. Und all dies findet seinen Abschluss in einem sehr ergreifenden Ende, dass ich zwar schon vorher sehen konnte, mich aber trotzdem noch sehr geschockt hat. 


Die Art und Weise aus welcher Sicht dieses Buch geschrieben wurde ist für mich immer noch die Schönste. Denn die Geschichte wird aus der Sicht von Idun erzählt und hat immer einen kleinen Tagebuchtouch. Alles was sie erlebt erleben wir mit ihr und das alles mit einer so emotionalen Tiefe, das es mich an manchen Stellen schon sehr ergriffen gemacht hat. Die Themen die in diesem Buch angesprochen werden sind nicht immer einfach. Es geht um die Liebe zu einem Kriminellen, Sex einer 16 Jährigen mit einem über 20 Jährigen, Selbsmordgedanken, dem Ausnutzen von menschlicher Liebe........ Viele dieser Themen beschäftigen vorallem Jugendliche und die Art des Buches dies alles mit einer sehr jugendlichen Brise zu versehen, sowie einem sehr rotzfrechen Sprachstil macht es zu einem sehr guten Jugendbuch, das zurecht den Brage- Preis für das beste Jugendbuch erhalten. 


Fazit: Kein einfaches Buch, das trotz einer tollen Charakterdarstellung und einer wirklich sehr drückenden Story teilweise auch leicht und humorvoll daherkommt. Dieses Buch hält viele Überraschungen parat und hat auf 140 Seiten alle Emotionen zu bieten die es gibt. Ein Buch so ein einzigartig und traurig, das man es einfach lesen muss. 


Mehr zum Buch findet ihr Hier

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