Donnerstag, 9. August 2012

R: Goldmarie auf Wolke 7 von Gabriella Engelmann

Totalausfall, meine Gedanken sind überall und nirgendwo. Ich will so viel über dieses Buch schreiben, dass ich schon gar nicht mehr weiß was ich schreiben soll und was ich jetzt hier fabriziert habe. Also seit nicht so streng mit mir ;)

Marie schwebt auf Wolke 7, als sie einen Job im Laden Traumzeit ergattert. Traumhaft ist vor allem auch der Ire Dylan, den sie dort kennen lernt. Dann geschehen plötzlich viele magische Dinge, die Marie sich nicht erklären kann. Die mysteriöse Nives spinnt ihre Schicksalsfäden und im Leben von Marie und ihrer Stiefschwester Lykke ist bald nichts mehr, wie es einmal war.



Meine Meinung:
Als ich noch ein kleines Kind war liebte ich nichts mehr auf der Welt als meine Oma und mein dickes Märchenbuch. Jeden Tag gab es ein neues Märchen und ich konnte entfliehen in fremde Welten mit Prinzen und Prinzessinnen, konnte Schlachten schlagen, böse Hexen bestrafen und mir drei Wünsche von guten Feen erfüllen lassen. Aber ich wurde älter die Märchen mussten sich mein Leben mit Schule und Freunden teilen und meine Oma konnte mir nichts mehr vorlesen. Erst als ich als Erzieherin anfing zu arbeiten rückten die Märchen wieder in den Vordergrund des Geschehens. Aber diesmal sehnte ich mich nach Märchen die so gut wie keiner kannte oder die einfach etwas umgedichtet wurden. So stieß ich dann auch auf die „jugendlichen  Märchenbücher“ von Gabriella Engelmann. Vielen war sie schon ein großer Begriff und ich wagte mich an ihre Bücher. Anfangs skeptisch konnten mich ihre tollen neuartigen Märchen mit dem gewissen jugendlichen Charme, und einem leicht ironischen Touch sofort in ihren Bann ziehen.  

Auch „Goldmarie auf Wolke 7“ verfehlte diesmal nicht seine Wirkung und verfiel ich in einen wahren Leserausch. Viele die mich etwas besser kennen, wissen dass ich solche Bücher dann in einer Nacht durchhaue und diese dann auch wirklich lesenswert sein müssen. Und so ist es auch mit diesem Buch. Das erste was ich tat, war dass ich alle vorherigen Bücher von Frau Engelmann ausblendete um nicht zu vergleichen. Dann blendete ich auch das Frau Holle Märchen aus um ganz objektiv an das Buch heran gehen zu können, denn die Geschichte von Frau Holle konnte ich als Kind nicht leiden und ist eines meiner „Hassmärchen“ geworden. Als Kind hatte ich dadurch vor allen Brunnen angst und Schnee konnte ich nie ausstehen. Also eigentlich keine guten Grundvoraussetzungen für dieses Buch. Aber es sollte ganz anders kommen:

Ich fing einfach an zu lesen und dann flutschte es. Seite um Seite verschlang ich es  und bahnte mir den Weg durch die vielen verschiedenen Perspektiven und die vielen interessanten Drehungen und Wendungen der Geschichte. Es gibt einerseits das hier und jetzt, dann gibt es die Vergangenheit von Marie die nicht immer rosig war und es gibt die Welt der „Frau Holle“ die über alles wacht und die Menschen glücklich sehen will. Natürlich spielt die Geschichte passender weiße im Herbst der dann ganz langsam den Winter einläutet und dann natürlich an Weihnachten und Silvester/Neujahr  seinen Höhepunkt findet.  Denn „Frau Holle“ ohne Schnee geht ja nicht – oder etwa doch??? Findet selbst heraus was ich damit meine ;)

Marie ist ein süßer Charakter, einfach zuckersüß. Sie ist so wie wir eigentlich alle sein sollten. Sie ist immer freundlich, hilfsbereit und kann niemals nein sagen. Sie ist sehr warmherzig und unglaublich friedlich. Marie verkörpert durch und durch das Gute. Doch sie hat auch ihre kleinen Probleme die sie immer versucht hat zu verstecken, sie zu unterdrücken und dass dies nicht immer geht beweist ihr Körper ihr immer wieder. Sie fällt in Ohnmacht wenn sie bestimmte Situationen zu sehr stressen und deshalb geht sie auch zu einem Psychiater. Hier fing für mich die ganze Geschichte erst richtig an. Ab diesem Punkt lernen wir wirklich tolle Charaktere kennen die einer wahrlich himmlischen Mission folgen. Es gibt da z.B. eine Feenkönigin, es gibt Nives (Besitzerin des Ladens Traumzeit), es gibt den Psychiater, seine Sprechstundenhilfe und bis ich das alles in einen guten Rahmen und Reihenfolge gepackt hatte, dauerte es zwar aber auf einmal wusste ich ganz genau wer wohin gehört und wer vielleicht doch mehrere Personen verkörpert. Lest es, es ist echt interessant und vielleicht braucht ihr ja nicht so lange wie ich ;)
 Dann erfahren wir mehr über Maries beste Freundin Jule. Marie und Jule könnten nicht unterschiedlicher sein, aber sie lieben sich sehr, so wie Schwestern und das habe ich in jeder Zeile spüren können. Auch Maries Stiefmutter und deren Tochter Lykke haben ihre Probleme und vor allem Lykke`s Probleme werden hier sehr genau erläutert. Sie schreibt Tagebuch – eine Eigenschaft um die ich sie beneide – und dieses zeigt uns eine weitere Perspektive der Geschichte die anfangs ziemlich traurig und bedrückend ist. 

Und zu guter Letzt kommen wir zu Dylan. Er ist der Traumprinz der Geschichte. Ire (meine Güte ich finde Iren einfach nur heiß – sorry aber für habe ich einfach was übrig und ich muss sie einfach direkt ins Herz schließen), heiß und ein wahrer Traum für Marie. Sie verliebt sich und kann ihr Glück gar nicht fassen. Aber nicht alles kann immer nur rosarot verlaufen und so ist es natürlich, dass diese Liebe nicht ohne kleine und größere Hindernisse verläuft, wie das im echten Leben nun mal so ist. 

Zu guter Letzt widme ich mich doch noch der guten „Frau Holle“ ein wahrer Engel auf Erden und im Himmel. Sie hat überall ihre Finger im Spiel muss das Gute bringen und sich gegen das Böse wehren und muss sich selbst manchmal eingestehen, dass auch sie nicht immer das Schicksal bestimmen kann und vieles einfach seine Zeit braucht. Natürlich hat sie viele fleißige Helferlein und die hat sie natürlich auch alle ganz genau unter Beobachtung. Für mich stellte sie die gute Seele des Buches dar und rückte für mich immer mehr in die Rolle eines Schutzengels. Vielleicht etwas kitschig aber mir gefällt diese Vorstellung. 

Fazit: Also ich könnte jetzt noch über den tollen, flüssigen Schreibstil schreiben, könnte noch 1000 Wörter über Dylan daher brabbeln in den ich mich ein bisschen verliebt habe und könnte noch ganz philosophisch über die mystischen Aspekte des Buches sprechen sowie die wichtigen Psychologischen Aspekte des grimmschen Märchens beleuchten und darüber sprechen was Marie alles in ihrem Leben durchmachen musste und wieso ihre Stiefschwester etwas grummelig ist …... Aber das mache ich jetzt nicht mehr. Denn vieles möchte ich euch einfach selbst entdecken lassen, denn in diesem Buch gibt es wahrlich viel zu entdecken und alles ist einfach mit so viel Liebe und Fantasie beschrieben dass es einfach nur runter geht wie zuckersüßer Sirup. Dieses Buch ist eine kleine Reise in die Vergangenheit, in die Gegenwart, in das was kommen wird und in das was wir zwar nicht mit bloßem Auge sehen können aber tief in unserem Herzen spüren können.

Und jetzt habe ich genug gebrabbelt und ich hoffe man konnte mir irgendwie folgen, denn ich kann es schon lange nicht mehr ;D

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Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben. Und wie ich sehe, konnte auch Dich das Buch von Deiner Abneigung gegen Frau Holle kurieren .. ich mochte sie nämlich als Ursprungsmärchen auch nicht :)

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    1. Danke.
      Ja ich habe sie ja wirklich gehasst weil ich richtig Angst hatte.
      Sie war mir immer unheimlich.

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  2. Ach, irgendwie erinnerten deine begeisterten Worte mich an die Mutter von den "Gilmore Girls", falls die Serie dir was sagt. Sehr ansteckend geschrieben! Bisher hatte ich das Buch nicht auf meinem Radar, aber du machst mich doch neugierig und ich mochte Frau Holle schon immer ... und Dylan hört sich auch äußerst interessant an. Kann man das Buch denn auch lesen, ohne die anderen Engelmann Märchen zu kennen? Ich habe mal gehört, da soll es eine gewisse Reihenfolge geben.

    Liebe Grüße
    Reni

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  3. Nein man muss keine Reihenfolge einhalten. Ich habe sie auch durcheinander gelesen.
    Danke. Ja ich kenne die Serie extrem gut. Loreley ist eigentlich ich. Sie haben mich beobachtet und dann hatten sie ihr erstes Gilmore Girl.
    LG

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