Montag, 27. August 2012

R: Verboregen "Die Tochter der Tryll" - Amanda Hocking

Wendy Everly lebt ein Leben als Außenseiterin, bis Finn sie in die Welt der Tryll entführt. Endlich versteht Wendy, wer sie wirklich ist. Doch das magische Reich der Tryll ist tief entzweit. Nur Wendy ist mächtig genug, das Volk zu einen – wenn sie bereit ist, alles zu opfern ...

Als Wendy Everly sechs Jahre alt war, versuchte ihre Mutter, sie umzubringen: Sie sei ein Monster. Elf Jahre später entdeckt Wendy, dass ihre Mutter recht gehabt haben könnte, als der geheimnisvolle Finn sie aufsucht. Finn ist ein Gesandter der Tryll – magisch begabte Wesen, die in ihrem Äußeren Menschen gleichen, aber nach eigenen Gesetzen leben. Wendy begreift, dass ihr Leben eine Lüge war: Sie selbst ist eine Tryll – und nicht nur irgendeine. Sie ist die Tochter der mächtigen Königin Elora. Bald steckt Wendy mitten in einer gefährlichen Intrige – um den Thron und um ihr Herz ...

 Meine Meinung:

„Die Tochter der Tryll“ ist für mich ein weiterer Hocking Jugendfantasyroman gewesen. Ich habe mich wirklich sehr darauf gefreut, allein wegen der Vampirserie die ich von ihr gelesen habe und wirklich mochte. Doch leider muss ich an diesem Buch etwas herummäkeln, aber dazu kommen wir noch.
Stellt euch vor, eure Mutter geht an eurem Geburtstag mit einem Messer auf euch los, schreit euch an, sagt dass ihr nicht ihr Kind seid und das sie euch umbringen möchte?? Kaum vor zu stellen aber dies passiert der Hauptcharkterin Wendy. Ihre Tante nimmt sie und ihren Bruder nach diesem Vorfall auf und ihre Mutter landet in einer Nervenklinik. Jahrelang tingelt die kleine Familie umher und keine Schule, keine neue Stadt, keine neuen Freunde können Wendy für sich einnehmen. Sie bleibt ruhelos, ist gereizt und verscherzt es sich mit jedem. Als sie jedoch endlich denkt, sie hätte einen festen Platz gefunden taucht Finn in ihrer Nähe auf und reizt sie bis aufs Blut. Er kitzelt aus ihr heraus was sie wirklich ist und das macht Wendy anfangs zu schaffen, doch sie muss es akzeptieren. Sie ist ein Tryll, ein Troll so zu sagen und gerät durch Finn in eine ihr schier unbekannte und sehr befremdliche Welt. 

Die Grundidee des Buches fand ich gar nicht schlecht. Es geht mal um Trolle, das hatte ich bis jetzt noch nicht aber die Umsetzung dieser Idee hat mich jetzt nicht so berauscht. Mir war der Anfang leider zu kurz, Wendy bekommt viel zu schnell gesagt was sie ist, dann hat sie kaum Zeit dies zu verdauen und wird praktisch in eine ihr fremde Stadt verschleppt und dort geht es genauso rasant weiter. Luft zum Atmen bekam ich nicht und so hetzt man regelrecht durch das Buch. Für mich leider nicht entspannend und wie gesagt alles viel zu schnell. Für mich hätte der Anfang sich ruhig noch ein paar Seiten ziehen können, Wendy hätte sich noch ein bisschen stur stellen können und Finn hätte ein wenig galanter sein können. 

Dann kommt sie in die Stadt der Trolle, verborgen vor der Welt der Menschen und es brausen so viele neue Eindrücke auf Wendy ein das man selbst regelrecht überfordert ist. Es gibt die Geschichte wer Wechselbälger, Trollkinder die gegen Menschenkinder getauscht werden und in der Welt der Menschen aufwachsen. Weshalb dies getan wird, fand ich extrem dreist und das findet auch Wendy….Dann gibt es Wendys echte Mutter, die wirklich sehr fies ist und mich überhaupt nicht beeindrucken konnte. Diese Frau habe ich einfach nur gehasst und ich wurde nicht warm mit ihr. Und dann gibt es da noch Finn, den ich anfangs überhaupt nicht durchschaut habe, er war mir unsympathisch und irgendwie verkörpert er nicht den tollen Kerl den irgendwie jedes Jugendbuch dieses Genres zu bieten hat. Er ist wie das Fähnchen im Winde und man weiß die ganze Zeit nicht was man an ihm hat. 

Nachdem ich das Buch beendet hatte wusste ich nicht ob ich es gut oder schlecht fand. Ich entscheide mich für den goldenen Mittelweg und nach reichlichen Überlegungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass diese ganzen Verwirrungen und Irrungen einfach nur gewollt waren. Genauso verwirrt wie sich Wendy manchmal fühlt, sollte ich mich als Leserin des Buches auch fühlen um genau das zu erfahren was Wendy erfährt. Genauso rasant wie sich ihr Leben verändert sollte auch ich mich mit dem Buch bewegen, deswegen auch der schnelle Fortlauf, ich sollte ein Gefühl davon bekommen wie schnell sich alles in Wendys Leben verändert und was sie dadurch durchmachen muss. 

Der Schreibstil ist wie von der Autorin gewöhnt einfach nur schnell und einfach. Ihre Geschichten zielen auf das jugendliche Publikum ab und das merke ich auch mit jedem Satz den ich lese. Die Sätze sind nicht zu lang, es wird einfach formuliert und es gibt so gut wie keine Fachbegriffe. Die Umgangssprache wird gewählt und so fühle ich mich beim Lesen jedes Mal als ob sie mir die Geschichte bei einem netten Kaffeeplausch erzählen würde. 

Fazit: Auch wenn nicht alles perfekt war so gebe ich dem Buch und der Reihe eine Chance. Hier wurde der Grundstein gelegt und dieser kann manchmal etwas beulig und kantig sein. Der geschliffene und fast glatte Stein wird uns bestimmt in Band zwei erwarten und den werde ich auch lesen. Denn Amanda Hocking hat mich mit ihren Trollen neugierig gemacht und eine zweite Chance gebe ich eigentlich immer. Also lasst euch nicht abschrecken, lest es und findet selbst heraus wie ihr diese Geschichte findet. Viele finden sie klasse und einige haben halt auch Kritikpunkte, aber das ist ja ganz normal. 

Mehr zum Buch:
Originaltitel: Trylle Trilogy # 1 - Switched
Originalverlag: Create Space
Aus dem Amerikanischen von Violeta Topalova
Deutsche Erstausgabe
Ab 13 Jahren
Paperback, Klappenbroschur, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16144-9
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empf. VK-Preis)

Verlag: cbt


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

SPAM ist unfair....

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...