Sonntag, 5. August 2012

R:Die Stadt aus Gold und Silber von Kenize Mourad


Ein bewegendes Epos, eine legendäre Frau und eine vergessene Welt
Indien 1856. Im Harem von Lakhnau herrscht blankes Entsetzen. Britische Soldaten haben den Palast gestürmt und vertreiben die Favoritinnen aus ihren Gemächern. Nur eine Frau stellt sich dem englischen Besatzer: Hazrat Mahal, das zur Königin aufgestiegene Waisenmädchen. Sie ist ebenso schön wie entschieden, ihre Heimat zu retten. An ihrer Seite kämpft der treue Radscha Jai Lal, der für sie alles opfern würde. Zwei Jahre lang ist Hazrat die Seele des Widerstands, bis die Briten ihr ein unmoralisches Angebot machen …


Meine Meinung:
 
Ab und an packt es mich doch: das Historienfieber!!! Es ist unnachgiebig und sehr heftig. Eigentlich lese ich nicht gerne historische Bücher, denn sie sind mir meist zu zäh und es kommen mir zu viele geschichtliche Daten und Fakten darin vor und ich fühle mich dann wie auf die Schulbank zurück versetzt. Aber ab und zu habe ich das Glück das bei mir ein historisches Buch landet, dass doch ganz gut zu sein scheint und nicht so stark auf Daten und Fakten abzielt. So bin ich dieses Mal auch mehr oder weniger zufällig auf das Buch Gold und Silber gestoßen. Erst lag es da und sah recht nett aus, das war es dann aber auch schon. Der Anfang lies mich keine Höhenflüge machen und so wollte ich recht genervt wieder aufgeben. Aber das tat ich nicht sondern las weiter und was siehe man da??? Ein Buch das mich fesseln konnte ! 

Dieses Buch spielt in Indien und war daher erst mal neues Gebiet für mich. Es geht in diesem Buch um die Lebensgeschichte der Begum Hazrat Mahal, die als einfache Handwerkstochter geboren wurde und zur vierten Frau des   Shas Wajid Ali. Sie wird Mutter und die Seele der Revolte, der Stolz der Frauen. Hier wird ein wahres historisches Ereignis erzählt, das mit einer wahren Heldin aufwartet und mich so noch mehr bibbern und mitfiebern lies. Natürlich wurden sich hier und da ein paar Freiheiten erlaubt um einen Roman und keine Biografie zu schreiben. Aber das hat mir noch besser gefallen.
Hazrat ist eine junge Frau die sich nicht so gibt, wie es von ihr erwartet wird. Sie liest, schreibt Gedichte und liebt Abenteuer und man kann sie sich nicht als Frau die Frau von Shas Wajid Ali vorstellen, aber sie wird es und als bestimmte Umstände dazu führen, dass sie die Regentschaft übernimmt, kann sie bestimmen und muss einen schrecklichen Krieg leiten. Dies tut sie mit Mut und sehr viel Kraft und steigt so Stück für Stück zu einer sehr Bedeutenden Person auf. 

Dieses Buch ist Bildgewalt pur. Wir sehen die Prachtbauten direkt vor uns, können alles genau betrachten und haben das Gefühl ein Teil dieser Stadt aus Gold und Silber zu sein. Wir sehen die wundervollen Gemächer, fühlen Stoffe, schmecken exotische Speisen und erfahren so Stück für Stück welcher Opulenz diese Menschen sich damals hingaben. Begreifen aber auch schnell, dass alles stark vom Neid und Intrigen geprägt war und wurde und dass man nicht jedem trauen konnte, oder am Besten traute man nur sich selbst.
Und dann können wir darüber weinen wie herrschsüchtig und geldgierig die Briten über Indien her vielen. Wie sie Stück für Stück alles an sich rissen und versuchten einem Volk mit wundervollen Riten und einer sehr starken Religion alles zu verbieten und ihnen das Leben der Briten aufzwingen wollten. Zwischen diesen Zerwürfnissen, diesem Krieg und der Revolte einer starken Frau entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte und eine Heldengeschichte die niemals in Vergessenheit geraten darf. 

Fazit: Ich bin berauscht mit allen meinen Sinnen. Dieses Buch ist ein Rausch der Gefühle und Emotionen, wir können nicht glauben was wir lesen, auch wenn wir darüber Bescheid wissen und auch wissen, dass es sich wirklich so zugetragen hat. Wir können nicht verstehen wieso Menschen sich immer wieder gegen fremde Besatzer wehren müssen und wieso Großmächte immer wieder versuchen kleinere Völker zu unterjochen. Doch wir lesen auch über die Revolten einer jungen und starken Frau, die versucht ihr Land zu schützen und zur Heldin einer ganzen Nation aufsteigt. Ein wundervolles Buch, dass ich allen empfehlen kann, die historische Bücher lieben oder damit beginnen möchten. 

Mehr zum Buch:
Originaltitel: La ville d'or et d'argent
Originalverlag: Robert Laffont, Paris 2010
Aus dem Französischen von Doris Heinemann

Deutsche Erstausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0448-9
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (* empf. VK-Preis)

Verlag: Blanvalet

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