Mittwoch, 19. September 2012

Rezension: How to be a Woman von Caitlin Moran

Es ist verdammt schwer, eine Frau zu sein. Caitlin Moran kann ein Lied davon singen. Als Teenager kämpfte sie mit unförmigen Damenbinden, rostigen Nassrasierern und schlechten Pornos, als Erwachsene scheitert sie grandios am Ideal der modernen Frau. Die ist schön und schlank, hat Kind und Karriere und ist natürlich immer komplett epiliert. Blödsinn, meint Caitlin Moran. Wir dürfen fett, faul und behaart sein, Hauptsache, wir haben Spaß, einen tragfähigen BH und die gleichen Rechte wie Männer. Alles, was ein Mann tun kann, darf eine Frau auch. Und gerne mit den Männern zusammen – denn Feminismus ohne Männer ist todlangweilig.

Meine Meinung:
Dieses Buch finde ich sollte man mal gelesen haben, muss man aber nicht ;) 
Ja ganz einfach ausgedrückt, spricht diese Frau Themen an, an die teilweise nur sehr wenig Frauen denken oder jemals öffentlich darüber sprechen würden. Hier spricht eine Frau über ihre Entwicklung zur Frau, die Fragen die in jungen Jahren entstehen können und wie neutral oder auch passiv unsere Gesellschaft damit umgeht. Aber man muss noch einmal bedenken, das hier von einer Jugend in den achzigern gesprochen wird, die zwar was das körperliche betrifft sich nicht wirklich von der heutigen Jugend abweicht aber in vielen anderen Dingen doch ganz anders funktioniert. Hatte die Dame im Buch nur den Zugriff auf leicht erotische Storys im Fernsehn zu später Stunde, können sich die heutigen Teenager schon im Internt austoben und weitaus heftigers zu Gesicht bekommen, was die Autorin aber auch bemängelt. 
Nicht nur dieser Teil wird besprochen sondern auch wie es für ein Mädchen ist ihre erste Periode zu bekommen, die ersten Haare die vorher noch nicht da waren und schon gar nicht an diesen komischen Stellen. Auch wird darüber gesprochen wie die Famlie darauf im idealfall reagiert oder im schlimmsten Fall, nämlich mit peinlichen Storys oder Argumenten. Danach geht es über den Teeanager, zur erwachsenen Frau bis hin zur Jobsuche, dem Suchen und Finden des perfekten Mannes und wann es Zeit ist endlich eine Familie zu gründen.
All dies prägt uns, formt uns und soll aus uns die Frau machen die alle sich wünschen und erträumen....

PFFFFFFF so ein Quatsch, sagt die Autorin: Die perfekte Frau gibt es nicht. Es gibt nicht das perfekte Mäuschen das alles so macht wie es Medien, Gesellschaft und der Familie passen. Trends kommen und gehen, Traditionen werden umgeschrieben, die Gesellschaft steht im Wandel und somit auch die moderne Frau. Die Frau die alles so macht wie es ihr gefällt, so wie sie es für richtig hält. 

Im Grunde passiert in diesem Buch genau das was ich oben geschrieben habe, es gibt eine Situation aus der Kindheit/ Jugend der Autorin und diese wird über den Wandel der Zeit hin verfolgt und besprochen und am Ende kommt immer das selbe herraus: Eine starke emanzipazierte Frau, macht was sie will. 

Im Grunde ist das nicht schlecht und gerade ich, die auch auf Traditionen und Regeln pfeifft kann damit gut umgehen aber manchmal war es mir hier und da doch etwas zu viel. Klar kann ich mir jetzt sämtliche Haare wachsen lassen, schaffe mir keinen Kerl an, übernehme einen Beruf in einer reinen Männerdomähne und schaue verachtend auf die Mütter die 3 Kinderwagen durch die Gegend schieben. Aber ganz ehrlich: Was soll mir das bringen?

Ich finde dieses Buch regt sehr zum Nachdenken an. Meine Freundinnen und meine Mutter haben es auch gelesen und wir hatten fantastische Diskussionen. Wie schon gesagt, hier werden Dinge angesprochen die wir im normalen Alltag nicht ansprechen und die viel zu oft unter den Teppich gekehrt werden. Vielleicht ist auch gerade das ein großer Fehler und wir müssten mehr sprechen - denn dann würden wir erwachsenen Frauen und jungen Mädchen uns vielleicht nicht so sehr von der Gesellschaft und den Medien beeinflussen lassen und mehr unser Ding durchziehen. Denn dieser Grundgedanke schwingt in jeder Zeile des Buches mit und macht für mich einen enorm großen Pluspunkt aus. 


Übersetzung:   Aus dem Englischen von Susanne Reinker
Originaltitel:   How to be a woman
Klappenbroschur
€ 16,99 [D], € 17,50 [A], sFr 23,90
ISBN-10: 3550080026
ISBN-13: 9783550080029

1 Kommentar:

  1. Ok, von dem Buch habe ich noch nie was gehört, klingt aber durchaus interessant. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob ICH es unbedingt lesen muss - obwohl ich über einige der angesprochenen Themen schon schmunzeln musste. Ich bin auch der Meinung, dass es perfekt nicht gibt. Jeder/jede Frau hat andere Wünsche & Vorstellungen. Die eine geht richtig auf, wenn sie einen Mann, Kinder und vielleicht noch ein schmuckes Eigenheim dazu hat. Andere können damit weniger anfangen, genießen ihre Freiheit und konzentrieren sich auf andere Dinge. Ich für meinen Teil bin noch unentschlossen - als Single sowieso. Ich finde es aber immer wieder interessant mich mit meinen Kolleginnen auszutauschen, die überwiegen Mann & Kind haben. So richtig glücklich scheint keine zu sein (meistens bleibt ja doch alles an der Frau hängen) und manche sagt sogar, hätte sie nochmal die Wahl, hätte sie wohl einige anders gemacht. Was zum Teil aber auch an der Gesellschaft/dem Staat liegt. Als Mutter bekommt man (heutzutage) schon ziemlich viele Steine in den Weg gelegt. Das regt einen doch immer schon zum Nachdenken an.

    Liebe Grüße
    Reni

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