Freitag, 31. August 2012

Rezension: Je süßer das Leben von Darien Gee

Nach einem Schicksalsschlag hat die Welt alle Freude und Farbe für Julia Evarts verloren. Aber eines Nachmittags findet sie vor ihrer Tür einen Laib Freundschaftsbrot und eine Tüte Teig, den sie mit anderen Menschen teilen soll. Als sie in der Teestube Hannah und Madeline begegnet und den Teig weitergibt, ahnt sie nicht, dass dies der erste Schritt ist, der sie zurück ins Leben bringt und in ihrer kleinen Stadt eine Lawine an Freundschaft, Liebe und Gemeinschaft auslöst …

Meine Meinung:

In diesem Buch geht es um drei Frauen, sehr unterschiedliche aber dennoch in einem Verbunden – sie leben allesamt sehr isoliert und haben auch alle ihren ganz eigenen Grund dafür. Aber dieses Buch erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die diese Frauen aus ihrer Isolation reißt und sie zu einem Team macht, einer Freundinnenclique die gemeinsam durch dick und dünn geht. 

Es geht um einen Teig der zu einem Brot verarbeitet werden kann und zu einer Art Freundschaftskette wird. Dieser Teig wird wieder und wieder geteilt und jeder in der Stadt kann einen kleinen Teil des Teiges für sich ergattern. Dadurch schafft es die Autorin nicht nur die Sicht der drei beschrieben Frauen zu schildern, sondern auch noch aus anderen Perspektiven zu erzählen und so mehrere kleine Geschichten und Anekdoten zu schaffen. Dies alles kommt am Ende zu einem großen Ganzen zusammen und das Ende des Buches war für mich ein Höhepunkt, denn es ist einfach nur sehr anrührend und sehr poetisch.
Für mich ist dieses Buch etwas Besonderes, weil die Charaktere sehr besonders sind. Sie sind allesamt sehr unterschiedlich und trotzdem werden sie miteinander verbunden. Verbunden durch einen Klumpen Teig, eine Anleitung und das Leben. „Ja süßer das Leben“ ist kein Aktionbuch. Es ist ein süßes, poetisches Buch mit wundervollen Geschichten die nicht in einem Rutsch gelesen werden können und dürfen. Dieses Buch hat mich über mehrere Wochen begleitet und hat mir die Charaktere so nah gebracht wie kein anderes Buch zuvor. Ich habe es bewusst langsam gelesen um wirklich alles genau erfassen zu können und die Geschichte auch wirklich zu spüren. 

Der Schreibstil des Buches passt einfach nur. Langsam, poetisch, ruhig und vor allem sehr gefühlvoll. Bücher dieser Sorte gibt es leider nur sehr selten und werden von mir daher sehr genossen. Eigentlich habe ich das Buch zu einer falschen Jahreszeit gelesen, denn auch wenn es um das Erwachen und vor allem Aufblühen geht finde ich die Geschichte doch eher für den Winter geeignet. Mit einer kuscheligen Decke und einem tollen Gebäck und dann mit Schnee und knisterndem Kaminfeuer würde diese Geschichte noch eine ganz andere Wirkung erzielen. 

Fazit: Ein Buch das nicht mit Aktion daher kommt oder durch irgendwelche Effekthascherei versucht zu punkten, sondern ganz einfach eine wundervolle, sehr berührende Geschichte erzählt die ein kleines bisschen fantastisch ist aber nie zu kitschig wirkt.


Originaltitel: Friendship Bread /Originalverlag: Ballantine, New York 2011/ Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf / Erstmals im Taschenbuch /Taschenbuch, Broschur, 496 Seiten,/ 11,8 x 18,7 cm / ISBN: 978-3-442-37799-2 / € 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Blanvalet

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