Freitag, 21. September 2012

Rezension: Renegade von J.A. Sounders

Evies Leben ist perfekt – perfekt geplant und überwacht von Mutter, der Herrscherin über die Unterwasserstadt Elysium. Schon bald soll die 16-Jährige über die geheimnisvolle Welt regieren. Doch als sie sich ausgerechnet in ihren Feind verliebt, wird klar, dass das perfekte Leben in Elysium eine einzige Lüge ist.

Elysium liegt am Grund des Meeres, abgeschirmt vom Rest der Welt. Dort hat Mutter ein Paradies für all jene Menschen geschaffen, die vor den Kriegen der Oberfläche fliehen konnten. Sie organisiert den Alltag der Bewohner, schützt sie vor Gefahren und regelt sogar die Geburten. Doch dieser Friede wird teuer erkauft – Gefühle sind in Elysium verboten, Berührungen unter Liebenden werden mit dem Tod bestraft. Evie vertraut in dieses System – doch als Gavin, ein Oberflächenbewohner, in ihre Welt eindringt, weckt der junge Mann Zweifel in ihr: Warum plagen sie Erinnerungslücken? Weshalb besteht Mutter auf Evies tägliche Therapie-Sitzungen? Und wieso kann sie sich durch Gavin an Dinge erinnern, die absolut unmöglich sind? Evie erkennt, dass sie Teil eines gewaltigen Plans ist, aus dem es für sie ohne Gavin kein Entrinnen gibt.


Meine Meinung:


Selten sind sie, diese Bücher die man liest und die einen nicht mehr loslassen, sie verschlingen uns, sie wollen uns festhalten und was das Schlimmste ist – sie lassen unsere Gedanken nicht in Ruhe. Immer wieder denken wir über die Geschichte nach, grübeln und wollen verstehen oder sehnen uns nach den wundervollen Elementen des Buches. 

Renegade mit seinem einzigartigen und sehr vielschichtigen Stil ist so ein Buch und trotz seiner Vielschichtigkeit bleibt es sich selbst treu. Eine klare Linie wird gefahren und wie dürfen mitreisen. Ich habe mich sehr gefreut ein Teil dieser Geschichte sein zu dürfen die wirklich so anders ist, dass sie schon wieder als normal erscheint. Im ersten Moment liest es sich als ein ganz normales Buch aus dem etwas fantastischeren Genre. Wir entdecken im ersten Kapitel eine Welt die perfekt erscheint und die unsere Hautprotagonistin als perfekt bezeichnet. Aber dann geschehen Dinge die dieses perfekte Ansehen etwas zum Bröckeln bringen und dann passiert es: Wir befinden uns im zweiten Kapitel und was muss ich da erleben? Es fängt alles wieder von vorne an, ABER es gibt Abweichungen und hier beginnt eine Story die wirklich sehr extravagant ist und die ich so noch nicht zu lesen bekommen habe. 

Extravagant ist auch das Schriftbild des Buches. Sind doch alle Sätze in einheitlichem Schriftzug gestaltet, passiert es hier und da, dass Erinnerungen und Gedankenfetzen auf einmal grau geschrieben sind. Hier wurde ich zuerst stutzig und ich habe mich aber dann darauf eingelassen und eine Entdeckung gemacht die mich wirklich staunen lies. Aber nicht nur dies lies mich staunen sondern auch die Schnelligkeit mit der ich diese Geschichte regelrecht verschlungen habe. Wie ein Sog wirkten das Elysium und seine böse Königin und die Geschichte von Evie und Gavin auf mich. So böse und hässlich manches auf mich wirkte, so viel Hoffnung und Schönheit konnte ich auch wiederfinden und so entstand für mich eine Geschichte in die ich mich fallen lassen konnte und die genau meinen Nerv traf. 

Aber hier möchte ich noch einmal mein Augenmerk auf die Böse des Buches legen. Die Königin, Evies Mutter ist für mich die Schlüsselfigur des Buches. Von ihr geht alles Böse, alles Garstige und Hässliche des Buches aus. Ihre mir tiefschwarz erscheinende Seele überschattet alles und schafft es die Fäden straff in der Hand zu halten und so die ganze Geschichte zu nach ihren Wünschen zu bestimmen und zu formen. Dadurch entstehen die Szenen die nicht gewalttätig im Sinne des Körperlichen liegen (das passiert auch aber ich fand es noch ok) sondern im Psychischen Sinne. Hier wird die Psyche der Charaktere beeinflusst und zerstört und das ist nicht einfach zu lesen. Man muss es mögen und muss den Willen haben sich darauf einlassen zu können. 

Vieles wurde über dieses Buch gesagt, dass es faszinierend sein, eine noch nie gelesene Unterhaltung bietet, sich liest wie geschnitten Brot, Emotionen einfriert und gleichzeitig überschwänglich versprüht aber auch das es voraussehbar sei. Alles kann ich unterschreiben aber das es vorrausehbar ist, kann ich nicht sagen, denn ich hatte zu Beginn des Buches keine Ahnung was noch kommen könnte, ich hatte auch in der Mitte noch keine Ahnung und das Ende hat mich wirklich überrascht und war so ganz anders als ich es erwartet hatte. Vorrausehbar ist anders.  

368 Seiten · Gebunden / Übersetzung: Aus dem amerikanischen Englisch von Charlotte Lungstraß / 
€ 16.99 (D) / € 17.50 (A) / sFr 24.90 / ERSCHEINT AM 20.08. 2012 /ISBN 978-3-49270281-2

Kommentare:

  1. Tolle Rezi!! :)
    Ich möchte das Buch auf jeden Fall noch lesen *-*

    AntwortenLöschen
  2. Über dieses Buch habe ich in letzter Zeit viel Gutes gelesen. Irgendwie reizt es mich momentan aber weniger - ich möchte mal wieder mehr Geschichten aus der Gegenwart lesen. Aber ich werde es auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, sollte ich mal wieder Lust auf solch eine Art von Geschichte bekommen. Klingt aufregend und gut, was du schreibst. Das macht neugierig!

    Liebe Grüße
    Reni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich lese auch wieder mehr Büher aus dem Real Life!!!
      Aber dieses Buch ist wirklich etwas sehr besonderes und ich glaube man verpasst etwas wenn man es nicht liest, aber behalte es ruhig mal im Hinterkopf.
      LG Jessi

      Löschen

SPAM ist unfair....

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...