Samstag, 10. November 2012

R: 80 Days - Die Farbe der Lust von Vina Jackson



 *** Klappentext ***

Frustriert von einer unbefriedigenden Beziehung findet die leidenschaftliche Violinistin Summer Erfüllung in der Musik. Sie spielt nachmittags in der Londoner U-Bahn auf ihrer ramponierten Violine Vivaldi. Als ihre Geige sich nicht mehr reparieren lässt, bekommt sie von Dominik, einem Uniprofessor mit ausschweifenden Fantasien, ein erstaunliches Angebot: Er möchte ihr eine wertvolle Violine schenken, wenn sie ihm ein privates Konzert gibt. Also spielt sie für ihn in der Krypta einer Kirche – doch muss sie dabei nackt sein, während Dominik den anderen Musikern die Augen verbunden hat. Summer spürt, wie sehr Dominik sie anzieht und in ihr bisher unbekannte Saiten zum Schwingen bringt: Sie beginnt eine intensive erotische Liaison mit ihm, in der sie ihre lange verleugnete dunkle Seite ausleben kann. Doch hat eine alles verschlingende Beziehung ohne Tabus Bestand? Berauschend, verführerisch, aufreizend kühn, ist »80 Days – Die Farbe der Lust«, eine Liebesgeschichte, die den Leser atemlos zurücklässt, mit dem Wunsch, so bald wie möglich mehr zu lesen.

*** Zum Buch ***
Originaltitel: Eighty Days Yellow
Originalverlag: Orion Books Ltd., London 2012
Aus dem Englischen von Gerlinde Schermer-Rauwolf, Barbara Steckhan, Thomas Wollermann

Deutsche Erstausgabe
Paperback, Klappenbroschur, 400 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-58522-1
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: carl's books

*** Meine Meinung ***
„80 Days – Die Farbe der Lust“ – das erste was mir auffiel war der Aufkleber mit der „Wenn sie „Shades of Grey“ mochten, werden sie „80 Days“ lieben“ Aussage. Ich bin da ein bisschen anderer Meinung und die entstand während dem Lesen. Denn nicht allen die die „Shades of Grey“ Bücher gelesen haben, wird diese Trilogie auch zusagen. Denn in meinen Augen ist „80 Days“ ganz anders und viel konkreter in der Aussagekraft „Erotik“ und auch ein bisschen härter und präziser. Während in „Shades of Grey“ alles sehr romantisch und leicht unschuldig daher kommt, trotz der BDSM Einflüsse – für mein Empfinden – und dort die Erotik als Zwischenspiel fungiert, ist sie bei „80 Days“ ein fester Bestandteil, der sich durch das ganze Buch zieht und ohne den die Story zusammenbrechen würde. Hier wird sich schon sehr stark auf Sex, Erotik und das Thema Unterwürfigkeit und BDSM konzentriert. Die Männer wirken allesamt – auch wenn diese es nicht direkt wollen – sehr  dominant und sehr besitzergreifend. Die Romantik kommt langsam hinzu, entwickelt sich aber auf beiden Seiten nur sehr sparsam und auch immer mit einem kleinen Fünkchen Unsicherheit und Zweifel. 

Während in vielen erotischen Büchern die Frau so gut wie keine sexuelle Erfahrung hat, ist die Protagonistin in „80 Days“ da schon etwas erfahrener und sucht die erotischen Erfahrungen und genießt diese auch. Sie weiß es einerseits zu schätzen, dominiert zu werden und anderseits erkennt sie aber auch, dass diese Dominanz nur ein bestimmter Mann durchführen darf. Sie findet ihre Erfüllung in der Musik und lebt einen sehr extravaganten und unkonventionellen Lebensstil, der in den ersten Momenten als sehr normal rüber kommt und erst nach und nach interessanter und spannender wird. Sie scheut sich nicht wirklich auch mal verruchtere Dinge aus zu probieren und so landet sie auch mal als sehr freizügige Dienerin bei einem Dinner, einer guten Freundin. 

Dann haben wir da noch unseren Professor, der mir anfangs sehr unsympathisch war. Ich wusste nicht recht wie ich ihn zu nehmen hatte und konnte auch wie unsere Protagonistin, nicht wirklich herausfinden welche Beweggründe hinter seinen Taten stecken. Er bleibt sehr mystisch, obwohl er viel von sich erzählt und preisgibt. Ich denke das gerade dieses Zwischenspiel von einerseits vielen Informationen und andererseits aber auch den unnahbaren, diesen Mann zum Ende hin noch sehr interessant machen. 

Dennoch konnte ich in diesem Buch keine große Lovestory finden. Es wirkt trotz der vielen erotischen Szenen und auch dem bekunden von Gefühlen sehr nüchtern und strickt einem Ziel verfolgend – erotische Szenen so umsetzen das sie niemals pornographisch wirken und auch niemals plump. Für mich ist „80 Days“ nicht das beste erotische Buch das ich bis jetzt gelesen habe, aber das beste erotische Buch mit den interessantesten Charakteren und Facetten. Wirken in vielen erotischeren Büchern die Charaktere sehr unreal und durchscheinend, so sind diese Charaktere sehr greifbar und werden nach und nach realer. Sie laufen nicht den ganzen Tag gestriegelt durch die Stadt, sie kaufen auch mal billige Kleidung oder stöhnen weil sie ihre Rechnungen kaum bezahlen können. All das macht sie normal und real, in einer Story die sehr unnormal  und unreal wirken kann. 

Eine Empfehlung von mir: Vergesst diesen Aufkleber, vergesst diese sehr bekannte Trilogie und kauft euch „80 Days“ und lest euch hinein in eine Story die euch nicht mehr loslässt. Schaltet ab, lasst euch inspirieren, fühl dieses Prickeln das dieses Buch auslöst und lasst einfach los. Seit euch aber bewusst, das ihr hier keine Liebesschwüre ala` Hollywoodschnulze zu erwarten habt. Hier geht es auch oftmals etwas rauer zu, die Fronten werden strickt geklärt und die Männer dominieren teilweise sehr stark. Es gibt gewollte und ungewollte Dominanz, gewollte Erotik und ungewollte und allem voran, sehr viel Potenzial für einen zweiten Band auf den ich schon sehr gespannt bin.

1 Kommentar:

  1. Eine sehr schöne Rezension. Meine ist heute auch online gegangen und ich sehe doch ähnliche Sichtweisen zu dem Buch. Ich habe noch niemanden getroffen im Web, der sagt, das der Aufkleber gerechfertigt ist. Bisher haben alle gesagt, das es kein Vergleich ist.

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