Dienstag, 13. November 2012

R: Ich lebe, lebe, lebe von Alison McGhee

*** Klappentext ***
Sie hatten einen schrecklichen Unfall, Rose und ihre große Schwester Ivy. Jetzt liegt Ivy im Koma, und Rose verbringt jeden Nachmittag an ihrem Bett im Pflegeheim. Immer und immer wieder erlebt Rose den Zusammenprall ihres Autos mit einem Lieferwagen in einer vereisten Kurve, den Moment, der sie aus der Zeit katapultiert hat. Nur der Freund der Familie, William T., schafft es, an Rose heranzukommen. Und noch jemand ist da, der auf sie aufpasst: Tom. Lange sträubt sich Rose, sich ihre Gefühle für Tom einzugestehen, bis zu dem Moment, wo sie über ihre Verzweiflung und Einsamkeit mit ihm sprechen kann. Sie begreift, dass sie Ivy loslassen muss, um ins Leben zurückkehren zu können.

*** Zum Buch ***
 Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann / dtv premium / 160 Seiten / Ab 14 / ISBN 978-3-423-24934-8 / 1. Auflage, Oktober 2012


*** Meine Meinung ***
Bücher die mich bezaubern gibt es viele aber  Bücher die mich bezaubern und einsaugen gibt es wenige. Was meine ich mit einsaugen? Ich meine damit das ein Buch es schafft mich so mit seiner Geschichte zu faszinieren und zu begeistern, das ist am Liebsten in das Buch reinkrabbeln würde und mir die Story von ganz nah anschauen möchte. So geschehen bei „Ich lebe, lebe, lebe“ denn dieses Buch hatte für mich schon nach wenigen Seiten ein solches Suchtpotenzial, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte mit dem Lesen und am Liebsten in dieser Geschichte geblieben wäre. 

Rose ist kein einfacher Charakter „yuhu“ , denn ich liebe die etwas schwierigeren Fälle und kann mich mit ihnen am ehesten identifizieren, denn sie sind nicht perfekt und haben ihre Macken und Kanten wie jeder normale Mensch auch. Immer und immer wieder erlebt Rose den Unfall bei dem ihre große Schwester Ivy so schwer verletzt wurde, dass sie jetzt im Koma liegt. Die Schüler um sie herum schwätzen und tratschen über sie und Ivy, ihre Mutter denkt das Ivy mit irgendwelchen Methoden die bald erfunden werden geholfen werden kann und ihr Nachbar William T. fährt Rose jeden Tag ins Krankenhaus. Rose Leben ist nicht einfach, es ist sogar sehr tragisch und deshalb muss Rose lernen los zu lassen. Sie muss lernen ihre Schwester gehen zu lassen und ihr eigenes Leben zu leben. Aber ob das so einfach geht? Kann man seine fast schon antrainierten Gewohnheiten dann einfach gehen lassen? Lässt sich ein Leben wieder so leben wie vorher, als wäre alles Schlimme nie passiert?

Diese und viele andere Fragen stellt sich Rose in diesem Buch. Sie muss lernen aus zu brechen, zu leben und nicht zu stagnieren. Denn das tun wir Menschen gerne wenn etwas Schlimmes passiert. Wir entfernen uns von der Umwelt, gehen meist sogar geliebten Menschen und Freunden aus dem Weg und vergessen uns und das eigene Leben. Durch die Hilfe von William T.  kann Rose abschalten und bekommt einiges von ihm abgenommen. Sie erkennt dass es da draußen Menschen gibt die ihr helfen wollen und die sie wieder auf den richtigen Weg bringen könnten. Genauso wie Tom. Er ist ein Mitschüler von Rose und er ist in meinen Augen wie ein kleiner Schutzengel für Rose. Er erkennt sehr früh was mit Rose los ist und schafft es mit einer sehr eigenwilligen aber behutsamen Art Zugang zu ihr zu bekommen und erkennt sehr schnell das Rose zu zerbrechen droht. Er sieht wie sie sich systematisch selbst zerstört und schafft es sie wieder auf eine halbwegs normale Bahn zu lenken. 

„Ich lebe, lebe, lebe“ ist in meinen Augen kein einfaches Buch, es ist sogar recht melancholisch und fast schon düster und depressiv aber es hat einen kleinen Hoffnungsschimmer in sich, der nach und nach zum Vorschein kommt. Er ist zwar schon am Anfang da, entwickelt sich aber zum Ende hin mehr und mehr zu einem großen Strahl. Durch eine sehr rohe, fast schon raue und dennoch weiche und vorsichtige Erzählweise wird hier eine Geschichte erzählt die tiefer geht als ein normales Jugendbuch. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man dieses Buch lesen möchte. Ohne noch ein paar Stunden über diese Geschichte zu grübeln nachdem man es gelesen hat geht es nicht. 

Schon früh erkannte ich worum es in diesem Buch eigentlich geht. Ivy liegt im Koma aber sie wird nie mehr erwachen. Dessen sind sich die Ärzte, Mitschüler von Rose und alle Bewohner der Stadt bewusst und können nicht verstehen wieso Rose und ihre Mutter die Lebenserhaltenden Geräte nicht abschalten lassen wollen. Ein  Thema das wahrlich nicht einfach ist und auch uns jeden Tag betreffen könnte. Habt ihr euch schon mal darüber Gedanken gemacht? Was würdet ihr tun wenn ein geliebter Mensch von euch im Koma liegt und solltet eine Entscheidung treffen? Ich habe mir diese Gedanken leider noch nicht gemacht, aber jetzt werde ich dies wirklich mal tun. 

Fazit: Ein Buch über Verlust, das Wissen einen geliebten Menschen gehen lassen zu müssen und dies nicht zu können und darüber das man selbst zerbricht wenn man versucht diesen Verlust nicht zu akzeptieren. Ein Buch das tiefer geht als alles was ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen habe und das mich von Seite zu Seite tief berührt hat.

Kommentare:

  1. das Buch klingt unglaublich interessant. das muss dringend auf meine Wunschliste, danke für die Rezi =)

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  2. Klingt so, als wäre das Buch zurecht auf meinem Wunschzettel. :)

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  3. Ich will auch :(
    Wie immer tolle Rezi! (muss man ja auch mal anmerken^^)
    LG
    Jana

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  4. super Rezi, total schön geschrieben! =)

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  5. Ich habs schon gelesen und finde deine Rezi echt toll.
    LG Marie

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  6. Mmh - das ist ja ein schwieriges Thema, das in diesem Buch angepackt wird. Ansatzweise wie in "Hannes" von Rita Falk. Ich werde das Buch mal im Auge behalten - vielleicht packe ich es auch auf meinen Wunschzettel.

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