Sonntag, 14. April 2013

R: Auracle - Ein Mädchen, Zwei Seelen, Eine Liebe von Gina Rosati



Zwei Seelen, ein Körper
Die 16-jährige Anna Rogan ist ein ganz normaler Teenager – hätte sie nicht die Gabe, unbemerkt ihren Körper zu verlassen. Astral besucht Annas Seele die entlegensten Winkel des Universums. Reisen, deren Schönheit Anna genießt, deren Gefahr sie jedoch übersieht – bis es zu spät ist.

Als Taylor, Annas Klassenkameradin, bei einem dramatischen Unfall ums Leben kommt, kann Anna plötzlich nicht mehr zurückkehren: Denn die umherwandernde Seele der Verstorbenen hat ihren Körper besetzt - und weigert sich mit aller Kraft, ihn zu verlassen. Hilflos muss Anna zusehen, wie sie sich einen Spaß daraus macht, ihr neues „Revier“ mit Piercings und Tattoos zu markieren. Doch als Taylor sich auch noch daran macht, Annas besten Freund Rei zu verführen, entspinnt sich ein mörderischer Zweikampf: um Annas Körper – und um Reis Herz. 

Ab 14 Jahren / 368 Seiten
21,4 cm x 15,5 cm
16,99 € [D], 17,50 € [A], CHF 24,90
ISBN: 978-3-7607-8907-1
Erschienen am 05.02.2013



Auracle bietet alles was ein gutes, spannendes Jugendbuch braucht um seine Leser zu überzeugen, wären da nicht ein paar kleine aber feine Kritikpunkte. Denn auch das beste Buch ist nicht perfekt und so habe ich hier und da beim Lesen kleine kritische Momente gehabt. Es gibt gute und schlechte Protas, gute und schlechte Umsetzungen von Ideen, sowie gute und schlechte Herangehensweisen an Probleme. Alles in allem gibt Auracle den Lesern was sie wollen und dennoch bleibt am Ende ein kleines "aber" zurück. 

Beginnen wir doch einmal mit der Grundidee des Buches. Anna besitzt die Gabe mit ihrer Seele als Astralkörber alle Winkel dieser Erde, des Universums zu besuchen. Wenn ihr mal langweilig wird oder sie einfach Lust darauf hat etwas neues zu entdecken, dann schlüpft sie aus ihrem Körper heraus und besucht die Orte der Welt an denen sie sein möchte. Doch das es einmal passieren könnte, dass sie nicht mehr in ihren Körper zurück kann, hätte sie nie gedacht. Denn Taylor, eine Klassenkamaradin von Anna, nimmt nach einem Unfall Annas Körper in Besitz und beginnt ein Spiel zu spielen, dass gegen jede nur erdenkliche Regel verstößt. Anna muss um ihren Körper kämpfen und es irgendwie schaffen, Taylors Seele, die nicht gehen möchte, aus ihrem Körper zu verbannen. 

Eine Idee, die ich sehr interessant finde und die mir so (Schüler, keine Dystopie) noch nicht unter gekommen war. Denn es wirkt erfrischend mal eine andere Art von Paranormalen Jugendroman zu lesen. Die Autorin hat mich auf eine tolle Reise mitgenommen, die spannend, witzig und zugleich verstörend war. Denn die Idee dass eine andere Seele den Wirtskörper in Besitz nimmt, alles mit diesem machen kann, alles im Namen des Wirtskörpers anstellen kann und die eigentliche Seele alles hilflos mitansehen muss und nichts dagegen unternehmen kann ist gruselig. Hier gilt es, dann eine Möglichkeit zu finden um eine geliebte Person zu warnen und zu kontaktieren und so kommen wir auch schon zum nächsten Prota der eine größere Rolle für die Geschichte spielt. 

Rei ist Annas bester Freund, sie sind schon fast mehr wie nur Freunde, sie sind füreinander wie Bruder und Schwester, wie Seelenverwandte und so kommt es auch, dass Anna bald mehr wie nur Freundschaft für Rei empfindet. Sie beginnt sich zu verlieben und ihn an sich zu binden. Zwischen den beiden entsteht ein wunderbar zartes Band aus Gefühlen und Leidenschaft füreinander, dass es fast schon kitschig wirken könnte. Doch wirklich große Gefühle kommen nicht auf, denn man muss ja immerhin bedenken, dass Anna keinen Körper mehr hat und nur als Astralprojektion durch das Leben läuft. So bleibt es vorerst nur bei einer innerlichen Liebe, die nur duch ganz kleine Gesten zum Ausdruck kommt. 

Neben Rei und Anna haben wir auch noch Taylor und Seth als wichtige Charaktere des Buches. Seth bildet eine Art Schlüsselfigur, Taylor ist die böse, intrigante Zicke die allen das Leben zur Hölle macht und das wiederrum verschafft es Anna und Rei zu meinen Lieblingsprotas zu werden. Alle vier haben etwas sehr eigenes an sich, man mag sie zwar nicht sofort, sie wirken auch anfangs etwas farblos und unnahbar, dennoch verwandeln sich diese Charaktere im Laufe der Geschichte und schaffen es zu punkten. Hier halt vorallem der Schreibstil der Autorin einiges wieder wett gemacht. Durch ihre Art die Charaktere zum Leben zu erwecken hat Gina Rosati bewiesen, dass sie schreiben kann. Sie hat bewiesen, dass sie nicht einfach nur eine Idee zu leben erwecken kann, sondern auch eigene Persönlichkeiten, mit ganz eigenen Charakterzügen die nicht wie hohle Kopien wirken. 

Anfangs sagte ich, dass dieses Buch auch Kritikpunkte birgt und das sind zum einen die etwas aufgesetzt wirkenden Probleme und das kleine aber beim Lesen. Mit aufgesetzt wirkenden Probleme, meine ich Familiäre Probleme bei Anna, die wirklich nichts mit der Geschichte zu tun haben und weder die Geschichte stützen noch unterstützen. Sie bringen nichts für die Geschichte, geben ihr keinen Halt oder verschaffen einen neuen Erzählstrang. Diese Probleme sind einfach da und hätte man sie gestrichen, hätte das nichts an der Geschichte geändert. Außer dass sie etwas kürzer geworden wäre. Dann haben wir noch das "aber"! Aber dachte ich mir immer dann wenn es mal etwas unlogisch wurde, oder wenn bei Taylor, der von mir geliebten Oberzicke, etwas zu dick aufgetragen wurde. Klar es muss dramatisch werden, es muss steinig werden, aber es muss nicht aufgesetzt wirken. Hier hätte weniger, mehr sein können und das ist etwas schade. 

Dennoch finde ich das Endprodukt mehr als gelungen auch wenn meine Rezension jetzt für viele Widersprüche aufzeigen sollte. Zu jedem guten Punkt gibt es auch einen kritischen Punkt, wobei bei diesem Buch die guten Punkte überwiegen. Ich muss gestehen, dass mich dieses Buch gefesselt hat, mich mehr als nur gut unterhalten hat und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Gute Protagonisten, eine tolle neue Idee und eine gute Umsetzung zeigen, dass es immer mehr und mehr tolle Jugendbücher auf dem Markt gibt, die es zu kaufen lohnt.

Dieses Buch wird bestimmt vielen Lesern gefallen, wer jedoch eine richtig schnulzige Liebesgeschichte erwartet, den muss ich leider enttäuschen, denn dem ist nicht so. Dennoch bietet dieses Buch eine Menge Potenzial und auch wenn dieses Buch nur ein Einzelband ist, so könnte ich mir eine Reihe oder eine Trilogie mit diesem Thema gut vorstellen. Im Grunde ist "Auracle" eine Misch Masch aus richtig gut und ein bisschen "aber". Denn schlecht ist an dieser Geschichte nichts und wirklich negatives konnte ich auch nicht finden. Wer also mal was neueres und unverbrauchtes lesen möchte, sich gerne mit anfangs unduchsichtigen Charakteren beschäftigt und gerne mal etwas zum rätseln sucht, ist bei "Auracle" gut bedient und sollte es sich durchaus kaufen. 

 
Vielen Dank an "bloomoon" und "Blogg dein Buch"

1 Kommentar:

  1. Klingt ja gar nicht so schlecht.
    Werde mir das Buch mal im laden genauer anschauen.

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