Sonntag, 16. Juni 2013

Wie mein Blog mich auffraß und wieder ausspuckte

... und ich es diesmal viel zu spät erkannt habe!

Diesen Titel habe ich schon einmal erwähnt als ich einen Post darüber verfasst habe, wie schnell man mit einem Blog in die Höhe und dann wieder in die Tiefe geraten kann. Diesmal geht es nicht um den Absturz meines Bloggs oder um das teilweise unmögliche Verhalten in der virtuellen Welt. Diesmal geht es darum warum ich momentan nicht blogge und um die ganze Wahrheit drum herum die ich bis jetzt verheimlicht habe.

Ich möchte es euch gerade heraus sagen: Ich war und bin immer noch krank. Viele wissen auch was der Auslöser war, aber die Wochen im Krankenhaus und zu Hause fern ab der Arbeit und der virtuellen Welt haben noch etwas ans Tageslicht gefördert. Ich habe Burn-out und das mit 25 Jahren!

Ich konnte nicht mehr schlafen, ich hatte ständig Migräne oder Magenschmerzen, jede Bakterie hat mich erwischt, jeder noch so kleine Stressfaktor hat mich in ein tiefes Loch gezogen, ich konnte nicht mehr abschalten, stand entweder unter Dauerstrom oder war hundemüde und konnte nicht schlafen, ich war einerseits aggressiv, dann wieder zu Tode betrüb, ich konnte nicht mehr lachen, nicht mehr weinen, es gab Phasen in denen mir alles egal war und dann wieder Phasen in denen mich alles auf die Palme brachte und das Schlimmste von allem: Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und das, geht in meinem Beruf überhaupt nicht!

Viele kennen den Ernst dieser Erkrankung gar nicht und schreien direkt bei etwas mehr Stress wie gewohnt, sie haben Burn-out. Ich kenne jetzt aber die gesamte Tragweite dieser Erkrankung und als die Ärzte mir den konkreten Auslöser nannten, konnte ich das erst mal gar nicht fassen. Denn ich musste eine Art Tagebuch führen, mit allem was ich so am Tag machte und das während meiner Zeit zu Hause und noch eins für die Zeit vor meiner Erkrankung. Daraus ergab sich, dass mein Blog und das Lesen von Büchern die meiste Zeit meiner Freizeit einnahm und ich dies schon fast als Zweitjob betrieben habe. Meine Lesezeit pro Woche wurde als unnormal und stressfördernd eingestuft, da dies nichts mehr mit abschalten vom Alltag zu tun hatte. Mein Blog wurde ganz schleichend zu meinem zweiten Beruf und da wurde ich erst mal richtig hellhörig. 

Das Tagebuch hingegen, dass ich während meiner netzfreien Zeit geschrieben habe, war voll mit positiven Einträgen, ich hatte zwischendurch Leerlaufphasen, ich hatte Ruhephasen und muss zugeben dass ich mich noch nie so erholt gefühlt habe, wie im Moment. 

Daher habe ich beschlossen mich noch radikaler einzuschränken wie zuvor. Ich habe gemerkt dass ich nur noch einmal pro Woche ins Netz gehe, Facebook ist nur noch auf meinem Handy zu Hause und das, ist die meiste Zeit abgeschaltet. Ich lebe wieder voll und ganz in der realen Welt und muss gestehen, dass diese um Längen besser ist als die Virtuelle.So lange wie ich diese Welt nicht vermisse wird das Internet abgeschaltet bleiben und mein Blog wird nicht weiter gefüttert. Was mir einerseits auch für euch Leid tut, für mich aber im Moment das Beste ist. 

Eine Bloggerfreundin fragte mich, ob ich mich freier fühlen würde? Ich konnte nur mit einem deutlichen JA antworten. Denn die ständige Verantwortung für einen Blog, der ständige Stress durch Rezensionsexemplare oder Termindruck von Verlagen, für die ich noch nicht mal schreiben wollte und den daraus resultierenden Rechtsstreit, bleiben mir nun erspart. Ich weiß das ich mir den meisten Stress selbst zu zu schreiben habe, aber ich habe auch dafür bezahlt und das nicht zu knapp. Beobachte ich die Welt der Blogger muss ich sagen, dass es bestimmt in den nächsten Monaten noch einige weitere geben wird, die irgendwann erkennen, dass es so nicht weitergehen kann. Viele haben mit einem Blog als HOBBY angefangen und über Monate hinweg einen BERUF daraus gemacht. 

Als ich erst letztens Facebook öffnete sprang mir eine Zahl entgegen die mich schockierte. Denn ich hatte 140 ungelesene Einträge, allein 70 waren von einer befreundeten Bloggerin auf ihrer Seite und diese Einträge hatte die alle innerhalb von zweiTagen gemacht. Das hat mich schockiert und mir wieder einmal gezeigt wie schnell man in diese Falle des Internets rutschen kann, denn mir kann niemand sagen, das rund 35 Einträge pro Tag auf Facebook und die damit verbundene Zeit im Internet gesund sind. Wann haben diese Menschen mal frei? Wann gehen diese Menschen schlafen? Wann treffen sie Freunde? Wann machen diese Menschen einfach mal nichts? Ich habe lange darüber nachgedacht und immer noch bin ich zu keinem Ergebnis gekommen.....

Ich kann euch nur immer wieder sagen: Denkt an euch selbst! Ihr seit wichtig, nicht der Blog! Lasst euch niemals von irgendwem Druck machen! Schaltet das Internet auch mal ab, ständig online zu sein frisst euch auf! Und die wahren Freunde und Familie zählen mehr als alles was man in der virtuellen Welt finden kann!

Ich habe wieder meinen festen Platz im Leben gefunden, bin dabei alles wieder zu ordenen und wenn ich mich irgendwann wieder in der Lage dazu fühle zu bloggen, dann werde ich dies auch wieder tun. Bis dahin aber, werde ich diesem Blog den Rücken kehren und muss euch leider "Tschüss" sagen. Ich hoffe, das dies nicht für immer sein wird und wünsche euch bis dahin alles nur erdenklich Gute!

BYE eure Jessi

Sonntag, 9. Juni 2013

R: "Das Mädchen mit dem Flammenherz" von Kady Cross



Eine Heldin, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat
New York im Jahr 1897: Die 16-jährige Finley Jayne und ihre Gang erobern Manhattan. Ihre Mission: Jasper aus der Gewalt eines Mannes zu befreien, der vor nichts zurückschreckt. Ihre Waffen: übernatürliche Fähigkeiten, Freundschaft und Mut. Ihre Erfolgsaussichten: tendieren gegen null. Also genau die Art von Auftrag, bei der Finley Jaynes Herz höherschlägt. Dass es dies gelegentlich auch tut, wenn der geheimnisvolle Griffin sie nur lang genug anschaut, ignoriert sie geflissentlich. Dafür hat sie wahrlich keine Zeit …
 
 

Originaltitel: The Girl in the Clockwork Collar - Steampunk Chronicles Book 2
Aus dem Englischen von Jürgen Langowski
Deutsche Erstausgabe
Ab 14 Jahren
Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-53432-2 € 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 13,50* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Heyne




"Das Mädchen mit dem Flammenherz" ist der zweite Teil der Steampunk Chronicles von Kady Cross und setzt nahtlos an Teil ein "Das Mädchen mit dem Stahlkorsett" an. Der erste Teil hatte mich schon von der ersten Seite an fasziniert und als er dann zu Ende ging und eigentlich kein richtiges Ende hat, wusste ich direkt "Da kommt bestimmt noch was nach ;)" Und so ist es auch gekommen. Ich finde es toll, dass direkt mit der Geschichte die im ersten Teil begonnen wurde weiter gemacht wird und so ein toller Übergang entsteht. Die Charaktere waren mir direkt wieder geläufig, ich konnte mich direkt wieder in der Geschichte verlieren und wurde mitgerissen von dieser wundervoll bunten und teilweise sehr rauen und brutalen Welt des Steampunk. Denn bei Kady Cross geht es nicht gerade sanft zur Sache. 

Finley ist für mich eine Heldin wie sie sein muss. Sie ist stark, tapfer und macht auch vor riesigen Kerlen nicht halt. Sie hat Mut und Schlagkraft und nutzt dies auch ganz schön aus. Mit ihren übernatürlichen Talenten und ihrer ganz eigenen Art mit unangenehmen Dingen fertig zu werden, hat sie mich schon im ersten Teil direkt überzeugt. 
Ihr gegenüber steht der smarte und dennoch hart wirkende Griffin, der nicht nur Finleys Herz erobert hat. Er fühlt sich für alles und jeden verantwortlich, ist der Mann mit dem großen Geldbeutel und der nicht ganz so leicht zu händelnden Gefühlswelt. Hier und da scheint er überzukochen und dann kommen ihm seine besten Freunde Sam und Emily zu Hilfe. 
Sam und Emily sind auch zwei Personen des Buches die mich von Anfang an fasziniert haben. Emily ist gleichermaßen zart wie hart und Sam ist genau das Gegenteil von Griffin. Er ist der "mit dem Kopf durch die Wand Typ" und dieses Zusammenspiel an unterschiedlichen Charakteren, macht für mich den Reiz des Buches, der gesamten Geschichte aus. 

Diesmal haben wir aber nicht nur den Erzählstrang, der von Finley und ihren Freunden handelt, sondern auch den von Jasper Rale. Er ist ein Freund der Vier und wurde am Ende des ersten Teils gefangen genommen. Er wurde nach Manhatten gebracht und so für einen der gefährlichsten Männer der Stadt arbeiten. Denn Jasper hatte ihm einst etwas gestohlen und das soll Jasper ihn nun wieder zurück holen. 

Anfangs dachte ich, dass zwei Erzählstränge hier nicht wirklich passen könnten, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Beide Erzählstränge passen perfekt zueinander und ergeben eine tolle Geschichte die mitreißt und spannend ist. 
Denn Spannend ist das perfekte Wort. Spannend bis zur letzten Seite, bis zum letzten Buchstaben und jetzt bin ich unendlich traurig darüber, dass ich dieses Buch so schnell beendet hatte. 

Der Schreibstil von Kady Cross ist wie auch im ersten Buch nicht nur mitreißend sondern auch witzig und an manchen Stellen leicht brutal. Kämpfe werden von ihr auch richtige Kämpfe geschildert und sie schreckt nicht vor blauen Augen oder spritzendem Blut zurück. Hier merkte ich mal wieder, dass die Autorin nicht nur harten Rock zum Schreiben benötigt, sondern diese Stimmung auch in ihrem Buch verpackt. Denn neben den Steampunk Elementen wirken ihre Bücher immer wie Rockmusikvideos zum Lesen und das ist für mich eine große Besonderheit dieser Ausnahmeautorin. 

Da dies ein zweiter Teil ist, möchte ich hier auch gar nicht mehr viel sagen, denn sonst könnte ich schnell zu viel verraten. Zum Schluss sollte nur noch gesagt werden, dass ich das Lesen des ersten Teils für zwingend erforderlich halte, denn sonst könnte man bei diesem Buch wirklich große Probleme haben. Vieles baut auf den ersten Teil auf. Ansonsten kann ich wieder einmal nicht meckern und ich bin glücklich und zufrieden mit diesem Buch.

R: "Wir zwei sind du und ich" von Diana Raufelder




“Es sind die gleichen schwarzen Haare”, denkt sie, als sie ihn inmitten den Getümmels plötzlich erblickt, „genauso wild und ungezähmt.“ Dazu ein schwarzer Stern und ein
schwarzer Halbmond. „Ruf ihn! “, denkt sie, aber sie bekommt keinen Ton heraus.
Menschen, bepackt mit riesigen Einkaufstüten, drängen von allen Seiten auf sie ein.
Wo ist er hin? Sie hat ihn verloren. Zum zweiten Mal in ihrem Leben. Tränen schießen ihr in die Augen.
„Warum weinst du Prinzessin? “, fragt da auf einmal jemand hinter ihr. Sie dreht sich erschrocken um: Ist das tatsächlich Ben?
Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft, die allen Widrigkeiten trotzt. Hier kommt ihr zu einer Leseprobe!


Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Gebundene Ausgabe
177 S.
ISBN: 978-3-943315-06-6
Ladenpreis: 11,95 Euro


Dieses Buch ist eine Hommage an Berlin. Wenn man schon einmal in dieser großartigen Stadt war, wird man auch genau verstehen können, welche Faszination die Autorin angetrieben hat, um dieses Buch schreiben zu können. 
Berliner Luft weht mit jeder Seite dem Leser entgegen und hat mich direkt verzaubert. Ich habe mich verliebt in diesen kleinen aber feinen Buchschatz, der ohne gesülze und ohne große Liebelei auskommt. Dieses Buch besticht durch Freundschaft und durch Einfachheit. Alles passiert aus gutem Grund, alles was passiert wirkt nicht übertrieben und wir blicken in das Leben zweier junger Menschen die ein großes Schicksal miteinander teilen. 

Ben war und ist immer noch Ri's bester Freund, ihr "großer Bruder" und dieser wurde ihr durch unglückliche Umstände und Ereignisse genommen. Da war sie neun Jahre alt und jetzt mit 15 will Ri immer noch nicht erwachsen werden. Sie liebt den Plattenladen, liebt die Musik, verkriecht sich und hat ständig Zoff mit ihren Eltern, wegen ihrer schlechten Schulnoten. Denn das einzige was für Ri wirklich zählt, ist irgendwie Ben wieder zu finden und als sie glaubt, ihn zwei mal kurz hintereinander gesehen zu haben, macht sie sich auf die Suche nach ihrem besten Freund. Denn für Ri zählt Freundschaft mehr wie Schule und Familienstress. 

Für mich war die Beziehung zwischen Ri und Ben etwas ganz besonderes und etwas, dass man heut zu Tage nicht mehr häufig sieht. Beide haben in sechs Jahren immer wieder aneinander gedacht, konnten sich nicht vergessen und als sie sich endlich wiederbegegnen ist es so, als hätte es diese verfluchten sechs Jahre nie gegeben. Für Ri beginnt ab diesem Moment in dem sie Ben wieder sieht ein neues Leben. Alles was für sie zuvor trist und leblos war, bekommt wieder einen Sinn und Farbe. Sie erkennt welche Begabungen in ihr schlummern, söhnt sich mit ihren Eltern aus und erfährt eine wundervolle Zeit. 

Doch liegen die Schatten der Vergangenheit noch schwer auf Ri. Und was genau diese Schatten sind, wieso sich Ri und Ben verloren hatten und was Ri's Eltern mit allem zu tun haben müsst ihr als Leser selbst heraus finden. Denn dies ist die Geschichte einer wundevollen Freundschaft und über ein Mädchen, dass sich ihren Problemen stellen muss, und das alles vor der Kulisse dieser wundervollen Stadt. Berlin zeigt sich hier in seinen unterschiedlichsten Facetten und zeigte mir wieder einmal, wieso sich ein Besuch in dieser Stadt auf jeden Fall lohnt. 

Am Schreibstil der Autorin kann ich beim besten Willen nichts kritisieren. Alles wirkte authentisch und frisch. Das Einzige was mich etwas störte war, dass es so schnell vorbei war. Für mich hätte die Geschichte noch locker hundert Seiten mehr haben können, denn so hätte ich noch ein bisschen mehr Zeit gehabt mich in alles ein zu finden und noch mal mehr erfahren können. 
Das hier keine große Liebesgeschichte wieder zu finden war, hat mich diesmal nicht gestört, ich fand es mal ganz erfrischend, dass in dieser Geschichte der Fokus auf der Freundschaft zwischen zwei wundervollen Menschen stand. Das ist mal was anderes und hat mich beeindruckt. 

Eine Freundschaft die alles überwindet, eine Stadt die niemals schläft und eine Geschichte die auf wenigen Seiten überzeugt. Ich bin von dieser Geschichte mitgerissen worden und auch wenn ich schon nach wenigen Stunden wieder entlassen wurde, so möchte ich keine davon missen. Dieses Buch ist ein Schätzchen, dass mein Regal so schnell nicht mehr verlassen wird. Ein Buch das ich vorallem jüngeren Lesern und Leserinnen empfehlen würde, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben und noch gewisse Hürden zu überwinden haben.
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