Mittwoch, 16. April 2014

Rezi: Dark Heroine - Dinner mit einem Vampir



Diese Nacht verändert Violets Leben für immer: Mitten auf dem Trafalgar Square in London geschieht ein furchtbarer Mord, und die 18-Jährige ist die einzige Augenzeugin. Erfolglos versucht sie, vor den Tätern zu fliehen - und wird in ein abgelegenes Herrenhaus verschleppt, das von nun an ihr Gefängnis ist. Doch Violets Kidnapper sind keine Menschen, sondern Vampire, faszinierend und todbringend zugleich. Der charismatische Blutsauger Kaspar hat besondere Pläne mit Violet, denn sie ist Teil einer gefährlichen Prophezeihung. Wird sie sich Kaspar hingeben, um zur sagenumwobenen dunklen Heldin zu werden – oder hat er Violets Mut unterschätzt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen?

 Meine Meinung

Lange ist es her, dass ich mit wirklich aufrichtiger Leidenschaft ein Vampirbuch gelesen habe. Denn nach dem ganzen Hype langweilten mich diese Kreaturen eher, als das sie mich fesselten und so musste ich mir eingestehen, dass sie wohl nichts mehr für mich sind. Doch dann trudelte letzte Woche dieses Buch, dieser Schinken bei mir ein und ich dachte erst einmal "Oh Gott nein... stöhn nicht schon wieder ein Vampirbuch". Aber irgendwie fesselte mich die Beschreibung und ich wollte wissen was es mit diesem Buch auf sich hat und ob ich bei einer Version von Twilight 2.0 gelandet bin. 

Die ersten 300 Seiten flogen nur so dahin und ich wurde wirklich wie in einen Strudel gesogen der mich einfach nicht mehr los lies und mich Eindrücken überschüttete die mich so schnell nicht mehr los ließen. Ich war gefangen zwischen den Seiten, gefangen zwischen zwei wundervollen, gefährlichen und sehr hypnotischen Männern und konnte mich immer mehr und mehr mit Violet identifizieren. Aber dann passierte etwas das meine wundervolle heile Lesewelt etwas erschütterte. 

Es wurde langatmig. Die Geschichte kam auf einmal nicht mehr in Fahrt und das Tempo wurde von Seite zu Seite gedrosselt. Es gab sogar ein paar Kapitel die mich wirklich langweilten und ich wurde ziemlich ungehalten und etwas mürrisch. Aber das hielt zum Glück nicht bis zum Ende an und ich wurde mit einem tollen Finale überrascht und mehr oder weniger zufriedenstellend entlassen. Mehr oder weniger weil ich mir kein anderes aber ein ausführlicheres oder sogar romantischeres Ende gewünscht hätte. 

Schauen wir uns doch die Hauptcharaktere an, die da wären: Violet, die ihren Namen zurecht trägt und mit ihren süßen 17 und ihren schönen veilchenblauen Augen gar nicht so unschuldig ist wie sie anfangs wirkt. Sie ist ziemlich sarkastisch, stur und kann einstecken wie auch austeilen. Manchmal empfand ich sie als etwas anstrengend und zu streitlustig aber wäre man selbst in dieser Situation, in der sie steckt, würde man vielleicht genauso handeln. Sie hat schwere Zeiten durchlebt und ihr wird eine schwere Bürde zu teil. Für ihren Mut und ihre unerschütterliche Stärke habe ich sie zeitweise wirklich bewundert. 

Dann ist da aber auch noch Kaspar, der zwar aussieht wie 19 aber in Wirklichkeit weit über ein Jahrhundert älter ist. Kaspar zeigt sich als Egoist, Rüpel und Macho. Er setzt seine Macht gegen alles und jeden ein und sogar Violet ist nicht vor ihm sicher. Er will sie unterwerfen, sie erniedrigen und benutzen. Sie ist seine Geisel, sein Spielzeug und das soll sie auch spüren. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und es passiert etwas, dass Violet Kaspar ganz nahe bringt. Er beginnt zu begreifen und sein Herz für das zu öffnen was er nie haben wollte: für ein Menschenmädchen. Er beginnt Violet zu lieben, auch wenn er sich dessen lange Zeit nicht wirklich bewusst ist. Aus Gier und Verlangen, wird Gefühl und Leidenschaft und aus einem mordlustigen und kaltblütigen Kaspar, wird die Person die von seiner ganzen Familie lange Zeit vermisst wurde.

Der Wandel der Protagonisten hat mich noch am meisten beeindruckt. Ich liebe Romantik in Büchern, ich liebe auch Fantasie in Büchern aber am meisten liebe ich die Entwicklung der Protagonisten. Denn wenn die Personen eines Buches keinen Wandel durchleben, wirkt die Geschichte für mich einfach nur langweilig und einfallslos. Dies kann ich diesem Buch nicht zuschreiben, denn die Lebensgeschichte der Hauptprotagonisten sowie von allen anderen Nebencharakteren ist einfach nur fesselnd und hochinteressant. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken, es wird nicht alles in den ersten 100 Seiten vorweg genommen, sondern baut sich langsam aber stetig auf. Auch die Nebendarsteller haben mich alles sehr fasziniert. Es gibt einen zweiten Mann in Violets Leben, der unbedingt ihre Liebe gewinnen möchte, eine eifersüchtige Schwester, zwei sehr sture Väter und ein Haufen bunter und neugierigmachender Vampire die alle etwas dazu beitragen um diese Geschichte am Laufen zu halten. 

Zum Schluss gibt es eigentlich nur noch zu sagen, dass mich neben den Charakteren, der Atmosphäre und dem Aufbau auch der Fantasy Teil des Buches sehr angesprochen hat. Ich habe eine Geschichte zu lesen bekommen, die ich so noch nicht kannte. Es gibt in diesem Buch ziemlich viel was man als Leser verdauen und verarbeiten muss. Manches musste ich mir nebenbei aufschreiben um es nicht zu vergessen, wieder anderes brannte sich in mein Hirn und lies mich nicht mehr los. Ich befand mich zusammen mit Violet auf einer Berg- und Talfahrt der Ereignisse. Erst geht es um Geiselhaft, dann um Politik, dann um Bestimmungen und Vorhersagen, dann um Familienangelegenheit und dann um die große Liebe und das absolute Chaos. Es ist ein einziges Hin und Her, dass aber perfekt inszeniert und niedergeschrieben wurde. Neben Brutalität, Nervenkitzel und Spannung kommen aber auch Romantik und leichte erotische Einflüsse nicht zu kurz, was diese Geschichte nur noch aufwertet. 

Ich glaube, dass ich noch ewig weiterschreiben könnte, ich dann aber zu viel verraten würde. Also beende ich meine Meinung an dieser Stelle und wünsche allen da draußen ein wunderbares Lesevergnügen. 

Infos zum Buch
 Erschienen am 14.04.2014

Übersetzt von: Diana Bürgel

608 Seiten, Klappenbroschur

ISBN: 978-3-492-70297-3

€ 16,99 [D], € 17,50 [A], sFr 24,90



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