Freitag, 15. September 2017

The Hate You Give - Angie Thomas

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner
Originaltitel: The Hate U Give
Originalverlag: Harper Collins, US
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16482-2
Verlag: cbt



Meine Meinung 

Ich habe mich lange vor dieser Rezension gedrückt aber irgendwann muss man einfach über ein Buch schreiben und ich glaube jetzt ist der passende Moment gekommen. Ich sitze hier mit Tee, Keksen und einer gut duftenden Kerze und stelle mir vor ich würde direkt mit euch sprechen. So fällt es mir vielleicht leichter, meine wirren Gefühle für diese Geschichte halbwegs ordentlich zusammen zu fassen. 

Zu Beginn war da dieses Mädchen. Starr heißt sie. Wir begleiten sie auf eine Party, auf der sie nirgendwo hin zu passen scheint obwohl sie umgeben ist von Gleichgesinnten, denn Starr ist Schwarz! Wie ich es hasse das so zu formulieren, doch es ist immer noch die einfachste aber für mich unethischste Form dar zu stellen, dass ein anderer Mensch eine dunklere Hautfarbe hat als ich selbst. Afroamerikanerin können wir sie auch gerne nennen wenn ihr wollt aber für mich war sie einfach, Starr. Da haben wir dieses Mädchen auf der Party auf der sie sich nicht wohl fühlt. Doch dann trifft sie einen Freund, einen sehr guten Freund und beginnt zu lachen und glaubt das jetzt alles gut wird, doch dann müssen sie flüchten da auf der Party geschossen wurde. Immer noch sind beide sich sehr nah, die Flucht schweißt zusammen doch dann zwingt ein Streifenwagen sie dazu an zu halten. Ein weißer Polizist kommt zum Wagen, er sagt Starrs Freund er soll aussteigen, eine Handlung folgt auf die Nächste und wenige Sekunden später liegt Starrs Freund blutend und sterbend in ihren Armen. Starr kennt die Wahrheit, Starr war dabei, Starr weiß was geschehen ist, Starr weiß wer geschossen hat, Starr weiß das ihr Freund unschuldig ist, Starr darf nicht sprechen, Starr soll schweigen, Starr lebt eine Lüge. 

Was wir hier erleben ist unfassbar, doch passiert es viel zu oft, wird viel zu oft vertuscht, wird viel zu oft unbestraft belassen, wird viel zu oft tod geschwiegen, wird viel zu oft vergessen. Ein Buch über Rassismus das wach rütteln soll, dass zeigen soll dass Rassismus immer noch existiert und das es viele Arten gibt diesen aus zu leben. Aber es zeigt auch den Kampf eines Mädchens gegen die Mühlen des Vergessens, ein Mädchen mit Mut, Kraft und sehr viel Verstand und Wissen

Man könnte jetzt meinen ich hätte dieses Buch in einem Rutsch verschlungen und war begeistert bis zum letzten Punkt aber dem ist nicht so. Trotz das ich die Geschichte an sich sehr gut fand und das Thema an sich definitiv wichtig ist, kam ich weder mit den Charakteren noch mit der Sprache des Buches zurecht. Ich kenne keinen Dunkelhäutigen der so spricht wie die aus diesem Buch und ja ich kenne auch welche die aus nicht so tollen Gegenden stammen und die reden auch nicht so. Die Sprache war mir einfach zu schwach, zu salopp, ohne geistreichen Einfluss und das kann ich einfach nicht verknufen. Sowas macht mich wütend beim Lesen und wenn dann noch Charaktere dazu kommen die wirken als würde sie das alles einerseits aufwühlen und andererseits einen auf absolut Gefühlskalt machen, ist das Chaos perfekt. So kamen ab einem gewissen Punkt einfach keine Emotionen bei mir an und ich konnte mich zwar in die Geschichte aber nicht mehr in die Charaktere einfühlen und so wurde alles nur noch zu einem halben Lesegenuss. 

Trotz allem kann ich dem Buch keine schlechte Bewertung geben. Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht bewerten, denn solch eine starke und sehr wichtige Geschichte sollte nicht bewertet werden. Ich glaube dieses Buch hat das Potenzial zu einer sehr guten Schullektüre aber ein Buch das ich zum Vegnügen lesen möchte wird es für mich nie sein, dafür hatte es für mich einfach zu viele Ecken und Kanten die mir nicht geschmeckt haben. 

Ich glaube dieses Buch muss jeder Lesende für sich selbst erfahren und ist eins dieser Bücher die man zwar empfehlen, über die man auch sprechen, aber niemals bewerten kann.  







  



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