Highlight im Juni - Thunder - Donner meines Herzens von Laini Otis

Ein Junge und ein Mädchen treffen in einem Sommercamp auf einander, sie werden Freunde, richtig dicke Freunde, unzertrennliche Freunde und das über alle Widrigkeiten hinaus. Eigentlich keine besondere Story ABER Lula und Fayn sind besonders. Sie nennen sich Freaks, sie sind alles andere als normal und gerade das schweißt sie perfekt zusammen und ergibt eine Geschichte die mir nicht nur einmal das Herz gebrochen hat. 

Lula hat wahnsinnige Angst den Boden unter den Füßen zu verlieren. Seit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit schläft, isst und arbeitet sie nur auf dem Boden. Gehen, stehen oder Treppen steigen bereiten ihr körperliche wie seelische Schmerzen. Doch dann trifft sie auf Fayn. 

Fayn wird von allen Gefühlszombie genannt denn er kann werder Gefühle erkennen noch selbst ausstrahlen. Er spürt weder Schmerz noch Glück und fühlt sich seit er klein ist innerlich tod und leer. Doch dann trifft er auf Lula, das Mädchen das ihn wieder fühlen lässt. 

Lula und Fayn sind eine Kombination die zu einem bittersüß und zum anderen einfach nur herzzerreißend daher kommt. Beide erkennen schon früh das da mehr ist als nur Freundschaft aber sie bleiben Freunde, sie halten sich, sie stärken sich und geben sich gegenseitig das was ihnen die Außenwelt nicht geben kann - Verständnis. Beide schaffen es einen Weg zu gehen der nur so gespickt ist mit Höhen und Tiefen. Doch dann kommt Fayn aufs College und alles ändert sich. 

Die Geschichte wird in der Vergangenheit und in der Gegenwart erzählt. Jedes Mal wenn in der Gegenwart ein Thema aus der Vergangenheit umschrieben wird, kommt dazu die passende Geschichte in einem extra Kapitel. Dieser ständige Wechsel hätte mich stören können, hat er aber nicht, denn so wurde nichts vorweg gegriffen und die Story blieb anhaltend spannend und aufwühlend. Besonders auffühlend empfand ich die Geschichte rund um Lula, deren Familie mit Lulas Besonderheit nicht umgehen kann. Hier erleben wir wie aus Verzweiflung und Hilflosigkeit, Wut und Aggression werden kann und das hat mich ziemlich mitgenommen. Hier musste ich schon ziemlich früh einige Tränchen verdrücken, da mich das doch sehr an die Realität erinnert hat und mir wieder gezeigt wurde wie schwer die Gesellschaft mit "Andersartigkeit" umgehen kann und es gerade in diesem Punkt noch sehr viel Aufklärung bedarf.

Die Besonderheiten die Fayn und Lula auszeichnen habe ich so noch in keinem Buch gelesen. Beide "Krankheiten" sind für sich allein genommen schon so schlimm, dass ich anfangs echt Angst davor hatte wo das hinführen könnte. Während wir Fayn immer mehr und mehr bei seiner Selbstzerstörung zuschauen, erleben wir wie Lula die Welt entdeckt und sich ihrer Gefühle klar wird. Nicht nur einmal hätte ich beide Charaktere am liebsten mit den Köpfen aneinander geknallt damit sie endlich begreifen wie sehr sie einander lieben, doch das Leben ist nicht immer so einfach wie wir es gerne hätten und so einfach macht es die Autorin auch nicht. Sie lässt nicht nur die Charaktere sondern auch uns Leser ganz schön zappeln und so baut sich eine fast unerträgliche Spannung auf, die am Ende ihren Höhepunkt erreicht. 

Was habe ich gelitten, mitgefiebert und mich in Fayn verliebt. Diese Geschichte ist für sich allein genommen einfach etwas ganz Besonderes und Einzigartiges genauso wie Fayn und Lula einzigartig und besonders sind. Einfach ein perfekter Sommerroman mit ganz viel Herzschmerz und der großen Freundschaft die zur großen wahren Liebe wird.


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